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Archiv für März, 2009

Zwillinge in der Gebärmutter unterhalten sich

31. März 2009 Keine Kommentare

Ich habe gerade nicht eben viel Zeit zum Schreiben und bleibe abends doch immer irgendwo im Netz hängen beim Lesen. Also schnell das folgende Fundstück gecopyastet:

„Glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“
„Ja, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir stark genug sind für das was uns erwartet.“
„Blödsinn, das gibt es doch nicht. Wie soll denn das überhaupt aussehen, ein Leben nach der Geburt?“
„Das weiß ich auch nicht genau. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?“
„So ein Unsinn! Herumlaufen, das geht doch gar nicht. Und mit dem Mund essen, so eine komische Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Außerdem geht das Herumlaufen gar nicht, die Nabelschnur ist ja jetzt schon viel zu kurz“.
„Doch es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.“
„Es ist noch nie einer zurückgekommen von ’nach der Geburt‘. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Und das Leben ist eine Quälerei und dunkel..“
„Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen und sie wird für uns sorgen.“
„Mutter? Du glaubst an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?“
„Na hier, überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie können wir gar nicht sein!“
„Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.“
„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt….“

Irgendwie gefällt mir dieser Text.
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KategorienAlltag, Religion Tags:

Reflexionen

24. März 2009 Keine Kommentare

Wenn man nicht genau weiß, wovon dieses elfminütige Video handelt, braucht man sicher eine Weile, um es herauszufinden. Die Stimmung könnte helfen, die Bildmotive, die Musik. Das Englische ist nicht immer gut zu verstehen.

Gefunden habe ich es, wie so häufig, über eine Empfehlung von Ehrensenf.
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KategorienAlltag Tags:

John Rawls, kortikale Säulen und Daniel Tammet

21. März 2009 Keine Kommentare

Ich arbeite zur Zeit zwar nicht länger, aber intensiver. Deshalb bin ich Abends erschöpfter als sonst. Seit vielleicht zwei Wochen versuche ich dennoch nach der Arbeit John Rawls „Idee des politischen Liberalismus“ zu lesen, aber ich komme kaum voran. Nach ein paar Seiten fallen mir die Augen zu, oder, wenn ich wach bleibe, habe ich das Gefühl, nichts Neues zu lernen, denn die Grundideen aus seiner „Theorie der Gerechtigkeit“ kenne ich ja schon. In seinem zweiten, eben dem Liberalismus-Buch antwortet er in mehreren Artikeln auf die Einwände seiner Kritiker. Aber die Sprache im Buch erschließt sich mir nicht leicht, und langsam entwickle ich einen Widerwillen gegen das Buch, natürlich nicht gegen den Autor oder seine Theorie. Jedenfalls schließt sich das Zeitfenster für das Lesen; Bücher, die auf diese Weise in Ungnade gefallen sind, fasse ich meistens nie mehr an.
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Pogo-Girl

16. März 2009 Keine Kommentare

Mein Wortschatz hat sich dank Ehrensenf am heutigen Abend um die Begriffe „Pogo-Girl“ und „Pogo-Stick“ erweitert:


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KategorienMusik, Videos Tags:

Erich von Däniken

11. März 2009 Keine Kommentare

Gestern Abend war ich bei einem Vortrag von Erich von Däniken. Da wir rechtzeitig eingetroffen waren und ich mir im Laufe der Vortage ein beträchtliches Schlafdefizit erarbeitet hatte, machten wir uns sogleich auf die Suche nach einem Kaffeeautomaten. Durch den Kaffee wurde ich etwas munterer und musterte die anderen Leute auf der Suche nach Bekannten, fand aber keine, leider oder vielleicht gottseidank. Däniken, der vor dem Saal Bücher signierte, war in dieser Beziehung erfolgreicher, denn zu Beginn seines Vortrages begrüßte er seine vielen treuen Fans. Nach seiner Zählung waren über 50% alte Bekannte unter den Besuchern. Das erinnerte mich ein bisschen an einen Gottesdienst, da sitzen auch jeden Sonntag dieselben Leute in der Kirche und es wird immer dieselbe Geschichte erzählt.

Mein Koffeinpegel fiel leider rasch ab und so nickte ich im Laufe des Abends des Öfteren ein, kann also keine Garantie für einen vollständigen Bericht geben. Meine Bekannte wusste zum Beispiel nach dem Vortrag, dass Däniken ein leuchtend blaues Jackett getragen hatte – wahrscheinlich dasselbe wie auf dem Bild in der Wikipedia. Ich hingegen konnte mir gerade so den Konstruktionsplan des außerirdischen Raumschiffs einprägen. Man weiß ja nie, vielleicht sitze ich irgendwann am Rande der Galaxis fest, habe mein Handtuch vergessen und muss mir selbst ein Vehikel bauen.
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KategorienAlltag, Evolution, Religion, Skeptizismus Tags:

Sandra Mitchell: Komplexitäten. Warum wir erst anfangen, die Welt zu verstehen.

8. März 2009 Keine Kommentare

Sandra Mitchell ist Professorin für Wissenschaftstheorie und -geschichte in Pittsburgh, der größte Teil ihrer Beispiele entstammt der Biologie. Zentrales Thema im Buch ist die Aussage der Autorin, dass die Welt komplex ist und dass aus diesem Grund die ausschließliche Suche nach einfachen und universellen Naturgesetzen nicht ausreichend ist. Das ist eng mit dem Begriff der Emergenz verbunden.

Es gibt stärkere und schwächere Versionen der Reduktion (ontologisch, erkenntnistheoretisch und methodisch). Allen gemeinsam ist die Vorstellung, dass die Erklärung aufwärts gerichtet ist – vom Verhalten der Grundbestandteile zum Verhalten des aus ihnen zusammengesetzten Systems. In seiner stärksten Version behauptet der Reduktionismus: Kausale Fähigkeiten liegen ausschließlich auf der Ebene der Grundbestandteile, und die Erklärung eines Systems von Verhaltensweisen gewinnt nichts hinzu, wenn man die Eigenschaften höherer Ebenen anspricht.

Ein Begriff, der in unmittelbarem Gegensatz zur Reduktion steht, ist die „Emergenz“. … Emergenz hat unterschiedliche Aspekte, die den unterschiedlichen Aspekten der Reduktion gegenüberstehen.

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Chris Crocker

8. März 2009 Keine Kommentare

Ich hole meine Mails immer noch klassisch mit dem Webinterface ab. Da ist es unvermeidlich, dass man vor dem Einloggen der Werbung des Diensteanbieters ausgesetzt ist, weil der einen Teil seines Geldes auch mit nicht für den Service zahlenden Nutzern verdienen will. In anderen Medien ist es ähnlich, auch bei Spiegel Online besteht inzwischen ein knappes Drittel der Nachrichten aus den Fußballergebnissen, woran offenbar ein großes Interesse besteht und was SPON neue Leserschichten erschließen soll. Rechnet man dann noch die auflagenstärkste Zeitung Deutschlands dazu, die mich gestern mit der Schlagzeile „Die hundert gesündesten Lebensmittel“ erfreute, so könnte man sich bestimmten „Nachrichten“ praktisch nur durch totale Medienabstinenz und Nichtkommunikation entziehen.

Eine dieser wichtigen Informationen der letzten Tage war, dass es bei Deutschland-sucht-den-Superstar einen Eklat gegeben hat, weil zwei Teilnehmerinnen gleichzeitig auf die innovative Idee gekommen sind, sich auf der Bühne die Kleider vom Leibe zu reißen. Nun sind Männer zwar von der Natur so gemacht, dass sie auch der zweiten Frau noch gern beim Ausziehen zugesehen hätten, aber der Marktwert der zweiten Stripperin in besagter Show wäre sicherlich nicht so hoch wie der der ersten. Es darf sich keiner, der die Marktwirtschaft für die alternativlos beste Wirtschaftsform hält, über diese Form der Nachrichten und der Unterhaltung beschweren, denn offensichtlich ist das genau das, was die Mehrheit sehen oder lesen will. Und das Gros der Nachrichten und der Unterhaltung wird mit Blick auf den Konsumenten (und damit quasi planwirtschaftlich) produziert und entsteht nicht im Selbstlauf.
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KategorienAlltag, Frauen, Musik, Videos Tags:

Zur Realität mathematischer Objekte

6. März 2009 Keine Kommentare

Vor langer Zeit beschäftigte sich der Mathematiker B, von praktischen Problemen inspiriert, mit der mathematischen Modellierung des Raumes. Das von ihm entwickelte Modell X des Dreidimensionalen war perfekt dazu geeignet, die Beobachtungsergebnisse der Physik seiner Zeit zu beschreiben. Bevor er jedoch die in seinem Kopf befindliche, lückenlos logische Beweisführung seiner Überlegungen aufschreiben konnte, starb er.

Kurze Zeit später fand der Mathematiker C eine ganz ähnliche Beschreibung X‘. Obwohl schon schwer krank, gelang es ihm vor seinem Tod sowohl seine Herleitungen zu notieren als auch seiner Frau von seinen Erkenntnissen zu berichten. Leider konnte seine Frau in dem Nachlass diese Papiere nicht finden. Aber jedem, der es wissen wollte, erzählte sie von der Arbeit ihres Mannes. Als Csche Vermutung überdauerte diese Behauptung von dem neuen mathematischen Objekt die Zeit.
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KategorienFiktion, Logik, Philosophie Tags:

Odom

5. März 2009 Keine Kommentare

Bereits als er sie das erste Mal gesehen hatte, verliebte er sich in sie. Seitdem ging er fast jeden Tag nach Feierabend in die Bibliothek, wo sie arbeitete. Aber wenn er seine Bücher vor ihr ausbreitete, drückte sie ohne hinzusehen den Verlängerungsstempel hinein. Erst nach einem halben Jahr sprach er sie an: „Würden Sie mit mir einen Kaffee trinken gehen?“ Als hätte sie nur darauf gewartet, hob sie den Kopf, sah ihn prüfend an und nickte leicht mit unmerklicher Verzögerung.

Danach ging alles sehr schnell. Bereits nach einem Vierteljahr zog sie bei ihm ein. Als junger Assistenzprofessor hatte er eine kleine bescheidene Wohnung auf dem Campus erhalten. Zu ihrer Hochzeit Ende des Jahres kamen nur wenige Gäste. Seine Eltern waren mächtig stolz auf ihren Sohn, dazu waren noch ein paar Kollegen und alte Freunde anwesend. Seine junge Frau schien keine Verwandten zu haben und er fragte sie nicht danach.
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KategorienFiktion Tags: