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Archiv für August, 2008

Es ist passiert

31. August 2008 Keine Kommentare

Was wir schon immer und alle befürchtet haben, jetzt ist es eingetreten. Noch vor der Inbetriebnahme des LHC in Genf, der durch die Erzeugung eines fürchterlichen Schwarzen Loches uns alle ins Verderben stürzen wird, ist es passiert:

In der chinesischen Stadt Luzhou (Provinz Sichuan) ist am Donnerstag ein Sack Reis umgefallen.

Ich habe es ja schon immer gewusst, dass man den Chinesen nicht trauen kann.

Man beachte den Namen des Vize-Direktors: Sheng Fui.
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Zähne züchten

31. August 2008 Keine Kommentare

Diese Nachricht habe ich im letzten Jahr wohl überlesen und bin erst jetzt durch einen Hinweis in einem Diskussionsforum wieder darauf aufmerksam geworden:

Der an der Universität Tokio tätige Entwicklungsbiologe Takashi Tsuji und sein Forschungsteam entwickelten eine neue Methode für die Nachbildung funktionsfähiger Organanlagen aus einzelnen Zellen und ließen damit fehlende Schneide- und Backenzähne in den Kiefern von Mäusen nachwachsen. Ihre Forschungsergebnisse wurden gestern von der Fachzeitschrift „Nature Methods“ im Internet veröffentlicht. „Wir sind davon überzeugt, dass eine solche Zahnregeneration zukünftig auch bei Menschen möglich ist“, erklärte Projektleiter Tsuji gegenüber SPIEGEL ONLINE. Bis dahin fehlt eigentlich nur noch ein einziger Schritt.

Der Unterschied zum Forschungsstand von 2004 scheint gewaltig zu sein. Damals hieß es noch bei Nano in 3Sat:

Aus den Stammzellen wird das Gerüst eines gewünschten Zahnes hergestellt, auf dem die Zähne wachsen. Der Zahn wird dann eingepflanzt und wächst weiter. Doch das alles ist bislang Vision: Noch sind sie nur winzig, stammen vom Schwein und wachsen nicht einmal im Schweinekiefer, sondern in Laborratten heran. Eines der großen Probleme besteht darin, den Zahn dazu zu kriegen, in der Form zu wachsen, wie man ihn haben will. Zudem sind Zähne komplizierte Organe aus verschiedenen Zelltypen.

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Charlotte Roche: Feuchtgebiete

23. August 2008 Keine Kommentare

Ich hab’s getan. Ich hab’s gelesen. Das Buch, das seit Monaten die (Verkaufs-)Bestenliste des Spiegel anführt. Eine Inhaltsangabe ist sicher nicht mehr notwendig, weil das andere bereits vor mir und in sehr guter Qualität getan haben, z.B. Tinius bei ReadingEase. Im Folgenden also nur meine eigenen Beobachtungen und Empfindungen.

Auf der ersten Seite steht:

für Martin

Und auf der zweiten:

Ich halte sehr viel von der Altenpflege im Kreise der Familie. Als Scheidungskind wünsche ich mir wie fast alle Scheidungskinder meine Eltern wieder zusammen. Wenn sie pflegebedürftig werden, muss ich nur ihre neuen Partner ins Altersheim stecken, dann pflege ich meine geschiedenen Eltern zu Hause, wo ich sie in ein und dasselbe Ehebett reinlege, bis sie sterben. Das ist für mich die größte Vorstellung von Glück. Irgendwann, ich muss nur geduldig warten, liegt es in meiner Hand.

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I Love Rock N Roll

21. August 2008 Keine Kommentare

Ich hätte schwören können, dass ich dieses Lied schon während der Schulzeit gehört habe. Aber das Album ist erst 1981 erschienen, also wird mich meine Erinnerung hier wohl täuschen. Manchmal muss es ein bisschen mehr Lärm sein, nach 30 Sekunden legt Joan Jett richtig los, enjoy:



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Lauren Slater: Von Menschen und Ratten

21. August 2008 Keine Kommentare

Ein zunächst ziemlich merkwürdiger Titel für ein Buch über psychologische Experimente, der sich durch die Auswahl der zehn im Buch vorgestellten Experimente mit Menschen als Probanden und eben auch mit Ratten erklärt. Einige davon sind ziemlich bekannt, z.B. das Milgram-Experiment, andere weniger, z.B. das von Bruce Alexander mit Ratten durchgeführte zur süchtig machenden Wirkung von Opiaten. Zu drei von den zehn Experimenten, die im Buch vorgestellt werden:

Das Milgram-Experiment schildert sie aus der Sicht eines Probanden. Auf eine Anzeige hin melden sich Personen, um in einem Versuch über das Lernverhalten teilzunehmen. Scheinbar bilden jeweils zwei von ihnen eine Gruppe, einer als „Lernender“, der zweite als dessen „Ausbilder“. Der Ausbilder hat die Aufgabe, dem anderen Wörter vorzusprechen, die sich dieser merken und in der richtigen Reihenfolge aufsagen soll. Als „Motivation“ gibt es Stromstöße: 15, 30, …, 330 Volt. Was die Versuchspersonen nicht wissen, ist, dass der Lernende ein Schauspieler ist, dessen Schmerzensschreie nur gespielt sind.
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Und täglich grüßt das Murmeltier

20. August 2008 Keine Kommentare

Vor etwa drei Wochen habe ich mir online ein Abo von „Spektrum der Wissenschaft“ bestellt. Ich lese zwar nicht jede Ausgabe, aber bei der mir offerierten Möglichkeit einer Preisermäßigung habe ich zugeschlagen. Da kam der in jedem von uns wohnende Schnäppchenjäger und Sammler durch. Die Ermäßigungsbescheinigung habe ich per Post hingeschickt.

Vor zwei Wochen kam die erste Ausgabe, zusammen mit einer Rechnung über die volle Summe. Doppelt doof, denn erstens hatte ich mir diese Ausgabe schon im Laden gekauft, und zweitens war ja die Summe falsch. Deshalb schrieb ich an die zuständige Adresse eine Mail, in der ich auf das Problem hinwies. Nach einer Minute kam die automatische Antwort: „Herzlichen Dank fuer Ihre Nachricht. Wir werden Ihre E-Mail umgehend bearbeiten und uns, falls erforderlich, bei Ihnen melden.“ Dann ist es ja gut, dachte ich, der es für erforderlich hielt. Dann passierte ein paar Tage nichts. Dann schickte ich dieselbe Mail nochmals an dieselbe Adresse, dieses Mal kam nicht mal mehr eine Antwort vom freundlichen Automaten von nebenan. Schade eigentlich.

Heute war wieder eine Rechnung im Briefkasten, mit der aktuellen Ausgabe, und dieses Mal mit der richtigen Summe. Die Zeitschrift besitze ich jetzt dreimal, eine Rechnung mit fast identischem Anschreiben zweimal. „Fast“ bedeutet, alles ist identisch (Adressat, Adresse, Text), nur die Abonnentennummer hat sich geändert. Jetzt habe ich ein ernstes Problem, ich denke zu viel nach. Eigentlich habe ich dieses Problem nicht nur jetzt, sondern fast immer. Wenn ich meinen speziellen Humor, der vielen Ermäßigungsberechtigten eigen ist, und von anderen gern als Arroganz ausgelegt wird, ausleben und eine weitere Mail an die Versandabteilung schreiben würde, dann hätte diese etwa folgenden Wortlaut:
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Glauben Atheisten nicht an die Existenz Gottes oder glauben sie an die Nicht-Existenz Gottes?

19. August 2008 Keine Kommentare

Vor ein paar Wochen wurde in einem Diskussionsforum die Frage gestellt:

Glauben Atheisten nicht an die Existenz Gottes oder glauben sie an die Nicht-Existenz Gottes?

Obwohl der Sinn der Frage erklärt wurde,

Wenn ich von mir behaupte, „ich glaube nicht, dass Gott existiert“, dann ist das eine Aussage darüber, was ich nicht glaube. Über das, was ich glaube, mache ich lediglich die Aussage, dass der Glaube an Gottes Existenz wohl nicht dazu gehört. Wenn ich dagegen behaupte, „ich glaube, dass Gott nicht existiert“, dann ist das dagegen eine Aussage darüber, was ich glaube.

hielt ich das trotzdem für eine Sophisterei und antwortete:

Das ist sehr spitzfindig, ich befürchte, man scheitert hier schnell an den Unzulänglichkeiten der menschlichen Sprache, mit der sich ja noch viele andere logische Paradoxa formulieren lassen. Auf jeden Fall setzt A-Theismus Theismus voraus, d.h. den Glauben an Gott. Das spricht dann für deinen ersten Halbsatz. Aber wenn ich mich recht an einige „Beweis“ideen für Gott erinnere, basiert auch einer darauf, dass man kein Wort (Gott) erdenken könne, wenn es das Ding dazu nicht gibt.

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KategorienPhilosophie, Physik, Religion Tags:

Michael Gorbatschow bei CNN über Südossetien

17. August 2008 Keine Kommentare

Anna Kühne verlinkt in einem Blogeintrag ein Interview mit Michael Gorbatschow bei CNN. Jeder kann sich daraus selbst seine Meinung bilden und die Informationen in diesem Interview mit der Berichterstattung in unseren Medien vergleichen.
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KategorienPolitik Tags:

Schräger als Fiktion

17. August 2008 Keine Kommentare

Tag. Hallo. Ich möchte zu Karen Eiffel, eine ihrer Autorinnen, ich muss dringend zu ihr. Ich will sie finden. Ich muss wissen, wo sie wohnt. Ich kann ihr nicht schreiben, es ist dringend. … Hören Sie! Ich bin eine ihrer Figuren. Ich bin neu. In ihrem Buch. Und sie will mich umbringen. Nicht in echt, aber im Buch. Doch es könnte trotzdem meinen Tod bedeuten. Also muss ich sie bitten, sofort damit aufzuhören.

Das war die Inhaltsangabe des Films „Schräger als Fiktion“, fast jedenfalls, alles klar?

Ich mag Zeitparadoxa, also Geschichten, bei denen die handelnden Personen irgendwie ihre Zukunft erfahren. Können Sie diese noch ändern und was passiert dann mit der Zukunft, von der sie zuvor Kenntnis erlangt haben? Eigentlich gibt es ja hier nur zwei unlogische Möglichkeiten, aber es ist immer wieder spannend, wie die Autoren mit diesem Thema umgehen und welche Geschichte sie um dieses Problem herum erfinden.
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Arne Hoffmann: Der Fall Eva Herman

16. August 2008 Keine Kommentare

Das dritte Buch, dass ich mir in diesem Zusammenhang gekauft hatte, und dessen Autor die damaligen Geschehnisse, beginnend von Eva Hermans Cicero-Interview, dann ihrem ersten Buch (über dieses Thema, tatsächlich war es wohl ihr sechstes) und der Sendung mit Johannes B. Kerner, analysiert hat. Der Autor ist selbst eine interessante Person, aktiv in der Männerbewegung, er hat u.a. das Buch Männerbeben geschrieben und ist auf der Webseite Capitalista aktiv. Auf der Recherche für sein Buch muss er sich durch tausende von Quellen gewühlt haben – ganz offenbar im Gegensatz zur Mehrheit der Journalisten, die damals über das Thema berichtet haben.

Aus dem Klappentext des Buchs:

Mehrfach wurde Eva Herman zur beliebtesten Moderatorin Deutschlands gewählt. Nachdem sie aber im Frühjahr 2006 die Erfolge der feministischen Bewegung infrage stellte, lancierte „Emma“-Chefin Alice Schwarzer eine Kampagne, um Herman aus der „Tagesschau“ zu entfernen. Anderthalb Jahre später, nach einem inquisitorischen TV-Tribunal bei Johannes B. Kerner, titelte die Bildzeitung „Ist Eva Herman braun oder nur doof?“, auf den Seiten des „Focus“ heißt es, „dass man an ihre Bücher sofort mit dem Feuerzeug dran möchte“ und der „Neuen Zürcher Zeitung“ zufolge ist Eva Herman mittlerweile die „meistgehasste Frau Deutschlands“. Wie kam es zu dieser rasanten Hexenjagd? Und was darf man im Deutschland 2007 eigentlich noch sagen, ohne sich in Gefahr zu begeben?“

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