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Archiv für Juni, 2008

Banesh Hoffmann: Einsteins Ideen

29. Juni 2008 Keine Kommentare

Es ist verblüffend, aber man kann immer wieder ein Buch über die Relativitätstheorie lesen, und man wird trotzdem wieder Neues entdecken (und weitere Denkfehler korrigieren müssen). Banesh Hoffmann war in den dreißiger Jahren Einsteins Assistent am Institute for Advanced Study, er ist 1986 gestorben. Das Buch ist bereits 1983 auf Englisch erschienen.

Neu für mich zum Beispiel, zu welchen Widersprüchen Newtons „absoluter“ Raum und seine „absolute“ Zeit in der Physik geführt haben, Newton schrieb:

„Die absolute, wahre und mathematische Zeit verfließt an sich und vermöge ihrer Natur gleichförmig, und ohne Beziehung auf irgendeinen äußeren Gegenstand.“

Hoffmann dazu:

„Die absolute Zeit fließt gleichförmig“ ist eine tautologische Aussage, das heißt, ein Satz ohne eine eigenständige inhaltliche Bedeutung. Denn wie könnte man den gleichmäßigen Fluss der absoluten Zeit überprüfen, wenn nicht mit der absoluten Zeit selbst; und wie könnte in diesem Fall ihr Fluss anders als gleichmäßig erscheinen.

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Mein Beitrag zur Fußball-EM

29. Juni 2008 Keine Kommentare

Heute Abend ist ja das Endspiel, glücklicherweise spielen wir nicht gegen Frankreich, denn wenn wir gegen Frankreich spielen würden und dieser Herr wäre Mitglied der französischen Nationalmannschaft, nicht auszudenken:

Und auch mein Beitrag zur Olympiade in Peking ist dank Remi Gaillard schon fertig, bleibt aber bis zum August noch streng geheim:
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Die Feminisierung des Journalismus trifft auf dessen Niedergang

28. Juni 2008 Keine Kommentare

Die Feminisierung des Journalismus trifft auf dessen Niedergang, so lautet die These des Artikels Rapunzel-Diät statt Macht-Kontrolle von Rudolf Stumberger in der Telepolis. Der Autor ist selbst Journalist und arbeitet als Dozent an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. In dem Artikel kommentiert er eine Umfrage, die unter Leitung des Journalistikprofessors Michael Haller aus Leipzig durchgeführt wurde. Diese Umfrage unter Journalisten ergab u.a., dass

  • sich der Anteil der weiblichen Journalisten ständig erhöht und
  • sich die Themen, mit denen sich Journalisten befassen, ebenfalls ändern.

In der Studie liest man dazu:

Die Befragten Journalisten sind sich weitgehend einig, dass Themen aus dem Bereich der Unterhaltung und des Infotainments, aber insbesondere auch Lebenshilfe- und Ratgeberthemen in Zukunft deutlich zunehmen werden. Wird es aber nur noch Infotainment geben? Sicherlich nicht.

Bildungsthemen, sowie Kritik und Kontrolle werden in der Berichterstattung nicht abnehmen, sondern weitgehend konstant bleiben werden. Auch in Zukunft wird der Leser nicht auf den klassischen Leitartikel verzichten müssen. Die grundsätzliche Frage, ob es noch eine Nachfrage nach klassischem Journalismus geben wird, scheint in der Tendenz beantwortet.

Gleichwohl sehen die Journalisten ihr eigenes Handwerk nicht gefährdet. Vielmehr untermauert die Studie, dass die Anpassungsleistungen der Journalisten größer werden. Zum einen müssen sie ein thematisch-inhaltlich vielfältigeres Angebot liefern, zum anderen einer ausgeweiteten Formatvielfalt im Rahmen des technisch Möglichen Rechnung tragen. Dazu gehört auch, dass sich die Tageszeitungen vermehrt nach den Erwartungen der Leser richten müssen.

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„Unangemessene“ Äußerungen von McCains Berater

25. Juni 2008 Keine Kommentare

Ein Berater McCains hat für eine seiner Äußerungen mächtig Prügel bezogen, meldete Spiegel Online am 24.6.:

John McCain distanzierte sich umgehend – schließlich entschuldigte sich auch sein Berater: Charlie Black hatte zuvor erklärt, ein neuer Terrorangriff wie der vom 11. September 2001 wäre gut für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten.

Er bedauere seine Bemerkung zutiefst, sagte Black am Montag. „Mir ist klar, dass John McCain sein gesamtes Leben als Erwachsener dem Schutz seines Landes gewidmet hat“, erklärte er zu der Bemerkung, die im Magazin „Fortune“ veröffentlicht worden war.

McCain betonte auf einer Pressekonferenz, er habe sich seit den Anschlägen vom 11. September 2001 unermüdlich dafür eingesetzt, dass sich so etwas nicht wiederhole. Was Black gesagt habe, „ist nicht wahr“.

Tatsächlich ist aber die Behauptung Blacks zutreffend. Wörtlich hat er gesagt:
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Douglas Adams, Mark Carwardine: Die Letzten ihrer Art

20. Juni 2008 Keine Kommentare

Sehr vielen dürfte Douglas Adams durch seine Trilogie „Per Anhalter durch die Galaxis“ bekannt sein. (Die Trilogie besteht aus 5 Romanen, wobei Adams selbst dem 5. Teil den Untertitel „Fünfter Band einer vierteiligen Trilogie“ gab.) Mir haben diese Bücher seinerzeit nicht so gut gefallen. Ein Handtuch habe ich sowieso immer dabei, nicht nur wenn ich nicht durch den Weltraum reise, und Leute, die das letzte noch unbebaute Fleckchen mit Umgehungsstraßen zupflastern oder in Naturschutzgebieten Erdölfördertürme errichten, gibt es schon genug, nur heißen diese Aliens bei uns Investoren und nicht Vogonen.

Im Buch „Die letzten ihrer Art“ schildert Adams seine Reisen mit dem Biologen Mark Carwardine. Gemeinsam haben sie einige sehr seltene Tierarten aufgesucht, u.a. Lemuren, Komodo-Warane, weiße Nashörner, Kakapo-Papageien und chinesische Flussdelphine. Das Buch war nicht so, wie ich es erwartet hatte, es ist kein Naturschutzbuch mit ausführlichen Artbeschreibungen. Vielmehr schildert Adams seine eigenen Erlebnisse in den jeweiligen Ländern und mit den Menschen, denen sie dort begegnet sind. Es ist derselbe ironische-sarkastische Schreibstil, an den ich mich noch aus dem „Anhalter“ erinnern kann. Vielleicht war das seine eigene Art, mit dem Irrsinn unserer Welt klar zukommen. Aber es hat wohl nicht gereicht, jedenfalls ist Adams 2001 im Alter von nur 49 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Seit seinem Tod wird jedes Jahr am 25. Mai der Handtuchtag begangen.

Eine Leseprobe aus dem Buch:
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Neues aus der Kornkreisforschung

19. Juni 2008 Keine Kommentare

kornkreis

Die Aliens lernen verdammt schnell, jedenfalls wenn man das an ihren Fortschritten bei der Erstellung neuer Kornkreise misst. Leider haben sie offenbar als ihr Hauptquartier Südengland gewählt, so dass man hierzulande auf Fotoimporte angewiesen ist. Das oben zu sehende Exemplar habe ich aus der Telepolis. In diesem Artikel wird seinerseits weiter auf die Originale verlinkt. Was ist das Interessante an dem obigen Kornkreis?
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Mark Solms, Oliver Turnball: Das Gehirn und die innere Welt

17. Juni 2008 Keine Kommentare

Ich bin mit etwas gemischten Gefühlen an die Lektüre des Buches gegangen, weil ich mir immer noch keine abschließende Meinung über den wissenschaftlichen Wert der Psychoanalyse gebildet habe. Aber zweifellos gehört Sigmund Freud zu den genialsten Geistern des 20. Jahrunderts. Der Neurowissenschaftler und Psychoanalytiker Mark Solms und der Neuropsychologe Oliver Turnbull haben ein Buch geschrieben, in dem sie einen Brückenschlag zwischen den aktuellen Erkenntnissen der Neurowissenschaften und der Psychoanalyse versuchen.

In den einleitenden Abschnitten des Buches werden die heute bekannten anatomischen und physiologischen Details in einer Klarheit und Ausführlichkeit präsentiert, die ich so bis jetzt noch nirgends gelesen habe. Stark verkürzt: Im Hirnstamm laufen die Informationen aus dem Körper zusammen, in anderen Teilen des Gehirns findet die Verarbeitung der äußeren Sinneseindrücke statt. An die sensorischen Areale schließen sich assoziative Teile an, diese wiederum projizieren in motorische Areale, mit denen der Körper seine Aktivitäten steuert. Es gibt eine Reihe von Basisemotionen, die grundlegende Bedürfnisse des Körpers ausdrücken, und für diese Basisemotionen sind eine Reihe von neurophysiologischen Strukturen im Gehirn gefunden worden. Die Axone der Neuronen im Hirnstamm (die den inneren Zustand des Körpers repräsentieren) projizieren in andere Teile des Gehirns (des Kortex), d.h. ihre Axone befinden sich dort und setzen an diesen Stellen Neurotransmitter frei, die wiederum die Arbeitsweise der dort befindlichen Neuronen modulieren. Zu den verschiedenen Basisemotionen {Such-System (=Neugierde, Interesse, Erwartung), Befriedigungssystem (Gratifikation), Wut-System (Ärger, Frustration, Aggression), Furcht-System (Angst, Furcht, Flucht), Panik-System (Verlassenheit, soziale Bindung, Zuwendung)} gehören eine ganze Reihe spezifischer Neurotransmitter, die dann die Arbeit des übrigen Gehirns beeinflussen. Ein bisschen im Vorgriff auf die Vorstellungen zum Bewusstsein ein Zitat aus dem Buch zur Rolle der Emotionen für das Bewusstsein:
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Hessisches Possenspiel

13. Juni 2008 Keine Kommentare

Ich hatte in den vergangenen Tagen wenig Zeit, aber meine 5 Cent zu den Nickeleien in Hessen will ich unbedingt noch loswerden. Roland Koch weigert sich, ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz zur Abschaffung der Studiengebühren zu unterzeichnen – wegen eines Formfehlers im Gesetzestext. Wie stark der amtierende Ministerpräsident polarisiert, sieht man unter anderem auch darin, wie der aktuelle Vorfall eingeschätzt wird. Im Spiegel liest man:

Was hat Koch nun mit seinem Vorstoß erreicht? Er hat verhindert, als machtloser Erfüllungsgehilfe einer linken, parlamentarischen Mehrheit dazustehen. Er hat für einen Knall gesorgt, der die ohnehin extrem verworrenen hessischen Verhältnisse weiter verkompliziert. Und nicht zuletzt hat er unter Beweis gestellt, seine Machtambition mit allen Mitteln zu verteidigen.

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Hirnkrebs durch Hautcreme

12. Juni 2008 Keine Kommentare

Heute wurde ich durch den Artikel einer Bekannten auf einen ganz wichtigen Link aufmerksam gemacht: Schädliche Hautcremes. Dort findet man die interessanten Erläuterungen:

Von der Natur ist vorgesehen, dass Säuren auch durch die Haut ausgeschieden werden. Wenn man aber diverse Hautcremes aufträgt, dann schmiert man damit so starke Säuren auf die Haut (pH- 2,5 bis 5), dass die Säuren die eigentlich über die Haut austreten sollen, nicht heraus können. Wegen dem nun versperrten Weg der Säureausscheidung steigt der Säuregehalt im Körper. Fällt der pH-Wert des Blutes gegen 7,2, beginnen die roten Blutkörperchen steif zu werden und müssen mit einem erhöhten Blutdruck durch die Kapillaren gepresst werden, die nur ein Drittel des Durchmessers von den roten Blutkörperchen haben. Fällt der pH-Wert noch weiter, werden sie noch steifer und verstopfen schließlich die Karpillargefäße. Im Körper ist das dann Mangeldurchblutung. Im Gehirn ist das aber eine Katastrophe oder auch Gehirnschlag genannt. Weil sie sich im Gegensatz zu anderen Zellen Nervenzellen nach der Geburt nicht mehr teilen und die Schäden im Gehirn deshalb auch nicht mehr repariert werden können.

Auweia, Hirnkrebs durch Hautcreme. Aber das Ganze schien mir nicht ganz vollständig, ich gab zu bedenken:
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Sind nur Menschen Personen?

3. Juni 2008 Keine Kommentare

In der Telepolis findet sich der interessante Artikel Sind nur Menschen Personen? Aufhänger dieses Beitrags ist der Fall des Schimpansen Hiasl in Österreich, für den vor Gericht ein gesetzlicher Vormund erstritten werden soll. Die Richter tun sich damit recht schwer:

Nachdem auch dar Oberste Gerichtshof den Antrag aus formellen Gründen abgewiesen hat, zogen die Tierschützer mit ihrer Beschwerde vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Ob das Gericht die Klage annimmt, ist noch unbekannt.

Tatsächlich ist die Situation verzwickt. Höhere Primaten, wie es Schimpansen sind, haben in etwa das intellektuelle Niveau eines Vierjährigen, nur dass sie im Gegensatz zu Kindern Zeit ihres Lebens auf diesem Niveau stehen bleiben. Aber es gibt auch behinderte Menschen, denen vorbedingungslos Menschenrechte gewährt werden. Vielleicht drücken sich die Richter um eine Entscheidung, weil diese Präzedenzcharakter hätte, zum Beispiel auch für die Genehmigung von Tierversuchen und die Massentierhaltung. Ganz offensichtlich ist in der Rechtssprechung die fundamentale Aussage der Evolutionstheorie noch nicht angenommen worden, nämlich dass sich unsere Spezies nahtlos ins Tierreich einreiht. Die Bevorzugung des Menschen gegenüber Tieren wird in einigen Artikeln als Speziesismus bezeichnet, es könnte aber auch eine (nichtkonfessionelle) religiöse Grundeinstellung ausdrücken.
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