Archiv

Archiv für Januar, 2008

Bobby Fischer ist tot.

18. Januar 2008 Keine Kommentare

„Fischer ist das größte Genie, das je vom Schachhimmel herabgestiegen ist“, sagte einst Michail Tal, sowjetischer Weltmeister von 1960.


Robert Fischer 1972, Quelle: ARD

Artikel: Die Welt, ARD, Spiegel, Chessbase

Mehr…

KategorienAlltag, Intelligenz, Schach Tags:

Veronika Peters: Was in zwei Koffer passt

16. Januar 2008 Keine Kommentare

Das Personenverzeichnis ist mir erst beim Schreiben dieser Rezension aufgefallen. Gehört ein solches Verzeichnis in eine Autobiografie oder spricht das nicht eher für einen Roman? Diese Frage hat mich etwas unsicher gemacht, denn bis jetzt war ich ohne Zweifel, dass es sich um eine Autobiografie handelt.

Veronika, die Ich-Erzählerin, ging mit 21 Jahren in ein Kloster, wurde zunächst Novizin und später zur Nonne geweiht. Zwölf Jahre später hat sie aus Liebe zu einem damals noch verheirateten Mann das Kloster wieder verlassen und ist mit ihm zusammengezogen.

Ein kurzer Blick in die Wikipedia klärt meine Zweifel:

In ihrem Debütroman „Was in zwei Koffer paßt“ arbeitet die Autorin ihre Jahre als Benediktinerin auf. Die Identität ihres früheren Klosters sowie die Namen der Mitschwestern werden dabei aufgrund einer Absprache mit der Äbtissin durch bewußt falsche Hinweise verschleiert. Die dadurch entstandenen Widersprüche haben teilweise dazu geführt, daß die gesamte Geschichte als Erfindung bezeichnet wurde, was allerdings nicht der Fall ist.
Mehr…

Grüne Hölle

13. Januar 2008 Keine Kommentare

aquarium

Anlässlich meines Umzugs vor etwa anderthalb Jahren habe ich die Gelegenheit genutzt, von einem 180l Aquarium auf ein 450l Becken umzusteigen. Jetzt, nach reichlich 500 Tagen, ist es endlich richtig „eingefahren“. Es benötigt nämlich etwa ein Jahr, bis sich die bakteriellen Prozesse in einem im Vergleich zur Natur relativ kleinen Behälter ausreichend stabilisiert haben.

Wenn ich richtig gezählt habe, dann wachsen im Becken 15 Pflanzenarten, es gibt 6 Fischarten, mindestens 4 verschiedene Schneckensorten und eine Art von Garnelen. Dank Kohlendioxid-Düngung und reichlich Licht wachsen die Pflanzen prächtig. Alle zwei Wochen entsorge ich nach dem Zurückschneiden der Pflanzen einen ganzen Eimer Grünzeug.

So eine grüne Hölle kann einen an einem Winterabend richtig zufrieden stimmen.
Mehr…

KategorienAlltag, Natur Tags:

Henning Genz: Die Entdeckung des Nichts

13. Januar 2008 Keine Kommentare

Mit beispielhafter Geduld und eingängiger Sprache, fast im Plauderton, erzählt Genz die Geschichte der Idee des leeren Raums von Thales bis Hawking. Dazu übersetzt er die Fachsprache der Philosophie in die Alltagssprache des Lesers, sei er nun Laie oder Physiker, und außerdem verwandelt er mathematische Formeln in zugängliche und oft originelle Wortbilder. Beides gelingt ihm glänzend.“ – Hans Christian von Baeyer, Physikalische Blätter

Dieser Meinung, zu finden auf dem hinteren Einband des Buches, möchte ich mich nicht anschließen. Man kann die Fachsprache der Philosophen (und auch der in diesem Zitat vergessenen Physiker) gar nicht so in „Alltagssprache“ umsetzen, dass jedermann alles versteht, sonst wären diese Berufsgruppen ja nicht mehr notwendig. Und selbst für die Experten dieser Wissenschaften gibt es zum „Nichts“ mehr Fragen als Antworten, siehe dazu weiter unten. Das Vorwort umreißt das Thema des Buches wie folgt:

Dieses Buch ist der Frage gewidmet, ob es einen von den Dingen unabhängigen Raum gibt. Einen, der in dem Sinn absolut wäre, dass er wie eine Bühne unbeeinflusst von den in ihm ablaufenden Vorgängen sowieso vorhanden und immer derselbe ist. Einen, der leer sein und für alle Zeiten leer bleiben kann. Solch ein Raum wäre das „Leere“ oder das „Nichts“, das nach Auskunft antiker Naturforscher und Philosophen in sich so widersprüchlich ist, dass er nicht einmal gedacht werden kann. Diese Leere ist im Verlauf der Jahrtausende zu dem Vakuum – dem leeren Raum – der Physik geworden, die ihn mit den Ausgeburten der Quantenmechanik und der Allgemeinen Relativitätstheorie angefüllt hat: Wie leer kann ein Raum im Einklang mit den Naturgesetzen sein?

Mehr…

KategorienPhysik, Rezensionen Tags:

Irak: 17fach erhöhtes Risiko durch Gewalt zu sterben

11. Januar 2008 Keine Kommentare

In der Telepolis wird auf eine Studie über den Irak im Auftrag der WHO berichtet:

Die aktuelle Studie, Iraq Family Health Survey (IFHS), die heute im New England Journal of Medicine veröffentlicht wird, basiert auf Interviews, durchgeführt in 9345 Haushalten in etwa 1000 Wohnvierteln und Dörfen in ganz Irak.

Auf dem Fragebogen, der darüberhinaus eine ganze Menge anderer gesundheitlicher Themenkomplexe erfasst, sind 23 potenzielle Todesarten aufgeführt und codifiziert – meist Krankheiten, aber eben auch durch „armed conflict“. Laut Fragebogen wollte man Todesfälle und Todesursache seit Juni 2001 wissen.

Wie der oft bissige informierte Kommentator zum Irak-Einsatz der USA, Juan Cole, aus der Studie liest, hat sich die Zahl der gewaltsam ums Leben gekommenen Iraker durch den Einmarsch der Amerikaner, den die Regierung Bush zu verantworten hat, um das 17fache gesteigert.

Mehr…

KategorienPolitik Tags: ,

Mediale Gewalt verhindert reale Gewalt???

9. Januar 2008 Keine Kommentare

Ein Artikel in der Telepolis lässt aufhorchen: Mediale Gewalt verhindert reale Gewalt. Unter anderem wird in dem Beitrag berichtet:

Ziehen womöglich Kinofilme mit ihren grausamen und brutalen Killereien und Schlächtereien mögliche Gewalttäter an, was die Straßen sicherer macht, weil die riskanten Personen vor der Leinwand sitzen und dazu auch noch weniger als sonst Alkohol konsumieren. Genauso scheint es nach der Studie zu sein, für die Gordon Dahl und Stefano DellaVigna, die auch Mitglieder des National Bureau of Economic Research sind, erfolgreiche Filme (blockbuster) zwischen 1995 und 2004 auf ihre Gewaltdarstellungen untersucht haben. Korreliert wurde dies damit, welche Gewalttaten an den Wochenenden geschehen sind, an denen die Filme gelaufen sind. Dazu wurden die Daten des National Incident Based Reporting System (NIBRS) ausgewertet. An den Tagen, an denen mehr Menschen Filme mit heftigen Gewaltdarstellungen gesehen haben, gingen die wirklichen Gewalttaten zurück. Ähnlich, wenn auch nicht so stark, sei der Rückgang an Gewalt, wenn die Filme als Videos oder DVDs in die Läden kommen.
Mehr…

KategorienGesellschaft Tags:

Reiner Gripsrabatt gilt nicht

8. Januar 2008 Keine Kommentare

Nach der Universität Konstanz hat jetzt auch Freiburg den IQ-Rabatt wieder abgeschafft, in diesem Fall nicht ganz freiwillig, man wurde durch ein Gerichtsurteil dazu gezwungen.

In einem heute veröffentlichten Urteil hat das Freiburger Verwaltungsgericht die Regelung kassiert und mehr Befreiungsgründe gefordert. Ein Erlass der Gebühren allein wegen eines bestimmten Intelligenzquotienten oder eines Stipendiums sei unzulässig, so die Richter. Nach ihrer Auffassung müssen auch besonders gute Studienleistungen eine Rolle spielen.

Genau das war das Argument von Thorsten Deppner, 26. Der Jurastudent hatte gemeinsam mit einem weiteren angehenden Juristen, einem Mediziner und einem Physiker geklagt und sich selbst vor Gericht vertreten. Die Freiburger Uni hatte es abgelehnt, Deppner für sein noch nicht bestandenes zweites Fach Politik von der Gebühr zu befreien – mit dem Jura-Staatsexamen sei auch das relevante Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes ausgelaufen.

Dass eine Sachbearbeiterin ihn beschied, er könne ja seine Intelligenz testen lassen, fuchste Deppner mächtig: „Es ist ein Skandal, dass ein IQ-Test als Nachweis dienen soll und die eigentlichen Studienleistungen außen vor bleiben sollen.“

Auch bei herausragenden Leistungen müsse eine Hochschule die Gebühren erlassen. Nur diese Auslegung vermeide das sinnlose Ergebnis, dass etwa Studenten gefördert würden, die trotz ihres hohen Intelligenzquotienten während des Studiums keine besonderen Leitungen erbrächten.

Mehr…

KategorienIntelligenz, Politik Tags:

Harald Lesch: 2 Videos zum Casimir-Effekt

6. Januar 2008 Keine Kommentare

Heute führte mich einer der Links von Ehrensenf zu Scifi.de und den Physik-Videos von Harald Lösch, Professor für Theoretische Astrophysik an der Universität München. Da ich gerade das Buch von Henning Genz Die Entdeckung des Nichts lese, habe ich mir das Video Was versteht man unter Null-Punkt-Energie? angesehen. Er beschreibt dort den Casimir-Effekt, benennt ihn aber in dem Film nicht so.

Wenn ich mit dem Buch fertig bin, schreibe ich eine Rezension. Es ist das am schwierigsten zu verstehende populärwissenschaftliche Physikbuch, das ich bis jetzt kenne. Also schon mal seinen Geist mit den Videos von Professor Lösch warm laufen lassen, die futuristisch-weiße Athmosphäre ist ja wirklich sehr inspirierend und bereitet darauf vor, etwas zu hören oder zu lesen und nichts dabei zu verstehen. Was dem einen sin Religion, ist dem andern sin Physik.
Mehr…

KategorienPhysik, Videos Tags:

Deep impact

6. Januar 2008 Keine Kommentare

Filme über den Einschlag eines Asteroiden auf der Erde und die Folgen eines solchen Ereignisses gibt es zur Genüge. Wie gefährlich ein größeres Geschoss aus dem All sein kann, zeigt das Aussterben der Dinosaurier. Vielleicht haben wir nicht allein einem solchen Treffer ihr Verschwinden und den nachfolgenden Aufstieg der Säugetiere zu verdanken, möglicherweise waren weitere Faktoren beteiligt, wie bereits vorher begonnene Klimaveränderungen, Vulkanausbrüche, spezifische Krankheiten oder anderes. Aber früher oder später wird die Erde wieder von einem solchen Trumm getroffen werden, soviel ist sicher.

Im Spiegelartikel Sprengen, toasten oder schubsen werden die verschiedenen Methoden diskutiert, mit denen man einen solchen Irrläufer aus der Bahn der Erde entfernen könnte. Das allein wäre hier noch keine Notiz wert, aber der Beitrag enthält auch ein kleines Logikloch:

„Die NEOs [Near Earth Objects] mit Durchmessern über zehn Kilometern hat man alle entdeckt. Da können wir beruhigt sein“, sagt Gritzner.

Mehr…

KategorienPhysik, Sprache Tags: