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Archiv für August, 2007

Das Mathematik studierende Topmodel

31. August 2007 Keine Kommentare

Normalerweise lese ich ja Artikel über sogenannte „Top“models nicht, aber wenn „Matherätsel“ in der Überschrift steht, interessiert es mich doch. Der Zusammenhang zwischen Intelligenz und Schönheit gehört zu den am wenigsten untersuchten Phänomenen, was wohl vor allem an dem seltenen gemeinsamen Auftreten dieser beiden Persönlichkeitsattribute liegen wird. Die junge Frau in dem Telepolisartikel Das Topmodel, das Matherätsel und die toten Gewerkschafter studiert Mathematik und sollte das folgende Rätsel lösen:

Die Kinder einer Dorfschule werden aufgefordert, sich in Dreierreihen auf dem Schulhof aufzustellen. Da zwei Kinder übrig bleiben, ordnet der Lehrer an, sie sollen sich in Viererreihen aufstellen. Wieder bleiben zwei Kinder übrig und der Lehrer ordnet an, sie sollen sich in Fünferreihen aufstellen. Jetzt geht es auf. Wie viele Kinder sind in der Schule?

Die Telepolismannschaft hat das Ganze in einem Video festgehalten:


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KategorienLogik, Videos Tags:

Außerkörperliche Erfahrungen

24. August 2007 Keine Kommentare

Heute gab es zwei Artikel, die über dieselben neuen Versuche zu außerkörperlichen Erfahrungen berichten:

Das Versuchssetting ist folgendes: Eine Versuchsperson erhält eine Videobrille aufgesetzt, in der sie das Bild einer Kamera sehen kann, die sie selbst von hinten aufnimmt. Ihr Rücken wird gestreichelt, was sie auch bei der Person (die sie selbst ist) sehen kann, die sich im Bild der Kamera befindet. Das Gehirn verarbeitet die beiden Informationsströme (über den Körperkontakt und über das Bild) synchron. Nach kurzer Zeit stellt sich das Gefühl ein, dass man die Person ist, die auf dem Bild zu sehen ist. Und diese Person steht VOR einem. Vollkommen verblüffend wird das Experiment aber dadurch, dass man im von der Kamera aufgenommenen Bild auch einen Pfeiler oder die Luft streicheln kann. Im ersten Fall wechselt das Ich in den Pfeiler, im zweiten Fall steht man völlig außerhalb einer Person oder eines Gegenstandes.
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KategorienGehirn & Geist Tags:

Ab ins Nirwana?

23. August 2007 Keine Kommentare

Der Besuch des Dalai Lama hat vielfältige Reaktionen hervorgerufen, ist dieser doch gerade in Deutschland ein Sympathieträger, der in seiner Beliebtheit wahrscheinlich auch den derzeitigen „deutschen“ Papst schlägt. Einen analytischen Artikel zum Buddhismus findet man unter dem Titel Ab ins Nirwana? in der Telepolis. Der Autor Stephan Schleim ist Neurowissenschaftler und hat auf diesem Gebiet schon eine ganze Reihe von populärwissenschaftlichen Artikeln veröffentlicht, wie man seiner Homepage entnehmen kann.

Aus dem Artikel und den zugehörigen Kommentaren geht hervor, dass der Autor in Hamburg an mehreren Veranstaltungen mit dem Dalai Lama teilgenommen hat. Ich vermute also ein persönliches Interesse am Buddhismus, das über den rationalen Blick des Naturwissenschaftlers hinausgeht. Veilleicht ist der Buddhismus, der sowieso mehr Philosophie als Religion ist, von den großen Weltreligionen auch diejenige, die am ehesten wissenschaft(s/ler)kompatibel ist.
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Documenta XII

19. August 2007 Keine Kommentare

Gestern habe ich die Documenta XII besucht. Insgesamt war es meine vierte, frühere Besuche hatte mein damaliges Heimatland erfolgreich verhindert. Die besten Erinnerungen habe ich an meine erste Documenta, viele Installationen, bleibende Ideen, z.B. das „Klo“ auf dem Kulturbahnhof. Die zweite und die erste müssen in meinem Kopf verschmolzen sein, die dritte und letzte dagegen fand ich grottenschlecht. Videoinstallationen, Videoinstallationen, Videoinstallationen.

Überhaupt finde ich das Übermaß an Performancen, Videos und anderen vergänglichen Objekten beunruhigend. Was bleibt von unserer Zeit, wenn man den Strom abschaltet? Große Ideen, die hinter einigen Kunstwerken stehen, werden sicher überdauern, auch wenn die Werke selbst verschwunden sind, weil sie in Bildbänden und in Gesprächen tradiert werden, aber die vielen Videos werden als ein zäher Brei im Kopf mit denjenigen, die diese Bilder ertragen mussten, endgültig aus der Welt verschwinden. Wegen der Enttäuschung bei der letzten Documenta hatten wir relativ lange gewartet, welche Reaktionen die diesjährige Ausstellung hervorrufen würde. Bei einem ähnlichen Medienecho wie bei der vorigen wären wir gar nicht erst hingefahren.

Ok, gestern waren wir also dort und begaben uns auf die Suche nach „unserem“ Kunstwerk, der folgende Bericht eine typische Variante des blogistischen Stöckchenwerfens. Im Fridericianum das erste Kunstwerk, das der Besucher nach dem Aufstieg über die Treppe sieht – eine Performance.

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KategorienAlltag, Kunst, Reiseberichte Tags:

Herr Köppnick und seine Aktien

17. August 2007 Keine Kommentare

Mitten in der Nacht schreckte Köppnick auf. Am Abend hatte er noch in den Nachrichten die Turbulenzen an der Börse verfolgt, faule Kredite trieben überall auf dem Erdball viele Menschen zur Verzweiflung. So richtig hatte er auch nach fast 20 Jahren im Westen nicht begriffen, wie und warum Aktien funktionieren sollten. Zwar besaß er inzwischen eine Menge davon, weil er gesehen hatte, dass man diese kaufen und einige Zeit später zu einem höheren Preis wieder verkaufen konnte, aber warum das funktioniert, war ihm ein Rätsel geblieben. Aber er wollte, genau wie Millionen seiner Mitbürger, einfach daran glauben, das alles so gut und richtig war und seine Ordnung hatte.

Also eine Firma geht an die Börse, grübelte er, im Halbdunkel an die Zimmerdecke starrend, wichtig dabei war, dass sie eine gute Story bot. Logisch, bei Büchern wurde der Preis ja auch durch die Attraktivität der darin erzählten Geschichte bestimmt. Mit einer guten Story erzielte man für die Aktien einen Preis, der viel höher als der Wert der Grundstücke, der darauf stehenden Gebäuden und den sich wiederum darin befindlichen Maschinen der zu verkaufenden Firma war. Das ist schon in Ordnung, sagte er sich, in vielen Fällen wird das eingenommene Geld für Investitionen ausgegeben, dann ist der Gegenwert ja da, oder es werden neue Yachten, Swimmingpools oder Schaukelpferde gekauft.
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KategorienFiktion, Gesellschaft, Ökonomie Tags:

Intelligente Rabenvögel

17. August 2007 Keine Kommentare

In Spiegel Online findet man einen Bericht über den Werkzeuggebrauch bei Krähen, die zu den intelligentesten Tieren zählen:

Dass Krähen ein Werkzeug benutzen können, um an Futter zu gelangen, war bereits länger bekannt. Neuseeländische Forscher stellten den Tieren deshalb eine weitaus schwierigere Aufgabe: Sie zeigten sieben Krähen ein Stück Fleisch in einer Glasröhre. Etwa zwei Meter entfernt davon lag ein Stöckchen – vermeintlich ein Werkzeug, um an die Leckerei heranzukommen. Doch das Hilfsmittel war zu kurz.

Ein zweiter, ausreichend langer Stock befand sich hinter einem Gitter – die Vögel konnten es nicht einfach mit den Schnäbeln greifen. Doch sie erwiesen sich als außergewöhnlich clever: Beim ersten Anlauf versuchte nur eine von sieben Krähen, sich das Fleisch mit dem zu kurzen Stock zu angeln. Alle anderen Versuchstiere seien mit dem kurzen Stab direkt zu dem Gitter gelaufen, hinter dem der längere lag.

Die Forscher schließen aus, dass die Krähen durch bloßes Ausprobieren zufällig auf die Lösung des Problems gestoßen sein könnten. Denn ein zweites Gitter, hinter dem ein unbrauchbarer Stein lag, ignorierten alle Tiere geflissentlich.

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KategorienGehirn & Geist, Natur Tags:

Erfolge in der Schrödingerschen Katzenzucht

16. August 2007 Keine Kommentare

Wenn ich heute einen Preis vergeben müsste für den Artikel, der die wenigsten neuen Informationen enthält, dann ginge er an: Erfolge in der Schrödingerschen Katzenzucht. Das Hauptproblem der heutigen Quantenphysik ist ihre Unanschaulichkeit. Nun ist es aber so, dass Menschen immer in Analogien und vor allem bildhaft denken, deshalb werden auch seriöse Physiker dazu verführt, bildhafte Analogien zu verwenden. Aber in dem von mir verlinkten Artikel steht tatsächlich nichts drin, was einem etwas Erklärendes über die durchgeführten Experimente bringt. Oder was fängt man an mit:

Im Wissenschaftsmagazin Nature beschreiben die Wissenschaftler, wie es ihnen theoretisch und experimentell gelungen ist, Schrödinger-Kätzchen aus Photonen-Zuständen zusammenzusetzen.

Interessanterweise verbesserte sich aber die mittlere Qualität der Schrödingerkatzen, wenn sie aus einer steigenden Anzahl von Photonen zusammengesetzt wurden. Die Wissenschaftler versprechen sich für die Zukunft, dass sich die Photonenanzahl relativ leicht weiter erhöhen lässt – zu einer beliebig großen Schrödinger-Katze.

Aha. Die eingefügten Links helfen auch nicht weiter. Spannend degegen sind die Kommentare auf diesen Artikel, allerdings ohne direkten Bezug zum Inhalt des Artikels – offenbar können auch andere nicht viel mit dem Text anfangen. Benutzer Ajax flippt aus:

Wie so vieles was die sog. „modernen“ Phyiker zusammen spinnen ist auch die sog. „Kopenhagener Interpretation“ (aus der das Katzenexperiment folgt) reine Volksverblödung auf die sich die vertrottelten „modernen“ Physiker irgendwann mal geeinigt haben.

Entscheiden Sie, geneigter Leser, was Sie für wahrscheinlicher halten:

  1. Die katze ist, solang keiner nachgeschaut hat, sowohl tot als auch lebendig.
  2. Der statistische Kernzerfall ist nur deswegen nicht vorhersagbar weil es sog. „verborgene Variablen“ gibt, wir bzw. die Physiker also schlicht und einfach noch längst nicht alles über die Quantenwelt wissen obwohl sie stets darum bemüht sind so zu tun (ein typisches Merkmal der versnobten und verblödeten „modernen“ Physiker).

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KategorienPhysik Tags:

Bienen und Genpflanzen

13. August 2007 Keine Kommentare

Heute hat mich ein Kollege auf ein brisantes Thema aufmerksam gemacht: Beim Ausbringen von genmanipulierten Pflanzen muss laut Gesetz ein Sicherheitsabstand zu „normalen“ Pflanzen derselben Art von 200 Metern eingehalten werden. Dadurch soll eine gegenseitige Befruchtung ausgeschlossen werden. Gemeint ist dabei sicherlich das Verhindern einer Windbestäubung.

Aber was ist mit den Bienen? Diese legen Wege von bis zu 6 km zurück, um Nektar von Blüten zu sammeln und bestäuben dabei nebenbei die besuchten Pflanzen, indem sie den Pollen von einer Pflanze zur anderen tragen. Offensichtlich werden diese Übertragungswege von veränderter DNA in den einschlägigen Gesetzen ignoriert, denn was wären die Konsequenzen?

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KategorienNatur, Politik Tags:

Eine alte Notiz

8. August 2007 Keine Kommentare

Heute ist mir eine alte Notiz mit Gedanken in die Hände gefallen, die mir seit meiner Bekanntschaft mit der Omega-Theorie Tiplers ab und zu durch den Kopf geistern, der ja als bekennender Teleologe und Deist gilt.

Wie kann man vereinbaren, dass es Menschen gibt, die an Gott glauben, solche, die nicht an Gott glauben, und unter letzteren diejenigen (Neurowissenschaftler), die Gott in spezifischen neuronalen Mustern verorten wollen:

  • Man stelle sich auf einen streng funktionalistischen Standpunkt. Gott existiert, sobald man an ihn denkt (der Begriff / das Konzept). Etwas anderes kann man funktionalistisch nicht annehmen, weil seine objektive Existenz nicht beweisbar ist.
  • Gott wirkt auf die Welt ein, weil Menschen, die an ihn denken (genauer an das Konzept), anders handeln als wenn sie nicht an ihn denken würden. Die Eigenschaften Gottes ergeben sich dann aus den Handlungsunterschieden zwischen Menschen, die an Gott denken und denen, die nicht an Gott denken. Witzigerweise sind dadurch auch Atheisten einbezogen, weil eine Ablehnung eines Konzeptes dessen Kenntnis erfordert, man kann nicht nicht an etwas denken. Atheisten, die nicht an Gott glauben, handeln anders, als Menschen, die das Konzept „Gott“ nicht kennen. Daraus ergeben sich dann seine All-Eigenschaften, weil das Konzept quasi alle in ihrem Denken und Handeln beeinflusst.
  • Wenn wir voraussetzen, dass sich andere denkende Wesen ebenfalls Gedanken über erste Ursachen etc. machen, dann existiert Gott mindestens solange, solange es denkende Wesen gibt.
  • Wissenschaftler, die neuronale Strukturen nachweisen, mit denen Gott gedacht wird, verorten quasi einen Teil Gottes. Aber nicht den ganzen, weil man nicht jedes denkende Wesen an jedem Ort und zu jeder Zeit untersuchen kann, All-Beweise sind formallogisch nicht möglich.

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Eisenbahnerstreik

7. August 2007 Keine Kommentare

Der aktuelle Streit der Eisenbahnergewerkschaft mit der Bundesbahn ist ein Musterbeispiel der Multidimensionalität von Gerechtigkeitskonflikten in einer modernen (kapitalistischen) Gesellschaft. Redblog zitiert den Schockwellenreiter, dieser wiederum man bedim len:

Ein Lokomotivführer bekommt zur Zeit maximal 2150€. Das sind bei Steuerklasse I, ohne Kinder, etwa 1400€ ausgezahlt. Wenn man 31% mehr fordert, sind das knapp 666,50€ mehr Grundgehalt. Ausgezahlt mit selben Werten 1834€. Somit 434€ mehr. Das ist nicht gerade die Welt, wobei sich der Vorstand die Gehälter ja auch um 62% erhört hat.

Das sind nur genau zwei Konfliktlinien:

  • Für welchen Beruf, welche Qualifikation erscheint wem welche Vergütung angemessen?
  • In welchem Verhältnis sollen die Einkünfte der Eigentümer (an denen sich die Gehaltssteigerungen des Managments orientieren) zu denen der Beschäftigten stehen?

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KategorienPolitik Tags: