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Archiv für Juli, 2007

Erderwärmung

30. Juli 2007 Keine Kommentare

Einem Hinweis in einem Diskussionsforum gefolgt und das hier gefunden:

Quelle: http://www.isoliert.de/archives/84

Der 7.11.2006 war tatsächlich ein Dienstag. das macht die Umfrage absolut glaubwürdig. Und noch was: Wenn sich an der Umfrage Männlein und Weiblein zu gleichen Teilen beteiligt haben, dann…, ja was dann?
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KategorienAlltag Tags:

Ein guter Tag ist ein Tag mit Snickers

25. Juli 2007 Keine Kommentare

Kurz vor dem Zubettgehen hatte Köppnick den Fernseher eingeschaltet, die Dopingberichte waren überaus spannend. Gegen Ende der Nachrichten wurde eine Sendung über hochbegabte Autisten angekündigt, ein Thema, das Köppnick schon seit langem interessierte. Seufzend sah er auf die Uhr. Die Sendung würde seinen Nachtschlaf um mindestens 16 Minuten verkürzen. Aber das war es ihm wert. Am faszinierendsten war in dem Bericht der Teil über eine junge Frau, Nicole Schuster. „Ein guter Tag ist ein Tag mit Wirsing“, lautet der Titel eines Buches, das sie geschrieben hat. Zuvor hatte Köppnick noch gezweifelt, ob die Frau wirklich eine Hochbegabte mit Asperger-Syndrom ist, der Anblick des Buches zerstreute seine Zweifel. Die gelblich-grüne Farbe des Einbands, der seltsame Titel und die Strichmännchengesichter, so ähnlich wie sie in IQ-Tests im Abschnitt über visuelle Intelligenz verwendet werden, das war eindeutig.
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Kazuo Ishiguro: Alles, was wir geben mussten

24. Juli 2007 Keine Kommentare

Das Buch steht im absoluten Gegensatz zum Film Die Insel, in dem es ebenfalls um die Züchtung von geklonten Menschen zum Zweck der Organspende, des Ausschlachtens geht. Während dort die Klone ahnungslos in einer Scheinwelt aufwachsen, beim Erkennen der ihnen zugedachten Rolle revoltieren und (zumindest die beiden Haupthelden) am Ende überleben, ist es im Buch anders. Heilsham ist ein Internat, in dem scheinbar ganz normale Kinder aufwachsen, eine gute Schulbildung erhalten, sich in Kunst üben und die gewohnten Problemchen Aufwachsender haben: Streits, Freundschaften, Geheimnisse, Liebe. Aber relativ schnell wird ihnen und dem Leser deutlich gemacht, dass sie Klone sind, die zum Zweck des „Spendens“ aufgezogen werden. Doch niemand revoltiert, es ist alles selbstverständlich.

Wenn ihr ein einigermaßen anständiges Leben führen wollt, müsst ihr Bescheid wissen. Niemand von euch wird nach Amerika gehen, niemand von euch ein Filmstar. Und niemand von euch wird im Supermarkt arbeiten, wie es ein paar von euch neulich ausgemalt haben. Euer Leben ist vorgezeichnet. Ihr werdet erwachsen, und bevor ihr überhaupt in die mittleren Jahre kommt, werdet ihr nach und nach eure lebenswichtigen Organe spenden. … Ihr seid zu einem Zweck auf die Welt gekommen, und über eure Zukunft ist entschieden, für jeden und jede von euch. … Bald werdet ihr Heilsham verlassen, und der Tag ist nicht mehr so fern, an dem ihr euch auf die ersten Spenden vorbereiten werdet.

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KategorienEthik, Filme, Rezensionen Tags:

Ohnmacht oder Naivität

23. Juli 2007 Keine Kommentare

In Spiegel Online findet man das interessante Interview des Managermagazins „Ohnmacht oder Naivität“ mit Friedhelm Hengsbach, Philosoph, Theologe, Wirtschaftswissenschaftler, Sozial- und Wirtschaftsethiker. Interessant weil es einige der politischen Hauptirrtümer (bzgl. politischen Lebenslügen) benennt:

Personalunion zwischen Politikern und Wirtschaftsvertretern. Als Beispiele im Text werden Gerhard Schröder, Otto Schily, Teo Waigel, Otto Graf Lambsdorf genannt:

Hengsbach: Ich überlegte, welche Motivation es gibt, neben dem an sich ausfüllenden Beruf des Politikers so viel zusätzlich zu arbeiten. Einerseits kann es sein, dass die Diäten den Aufgaben und der Verantwortung der Abgeordneten nicht angemessen sind – der Ansicht bin ich tatsächlich. Andererseits ist es möglich, dass sich einige im Bundestag nicht allzu sehr für ihre Abgeordnetentätigkeit interessieren.

Ich beobachte seit einiger Zeit, dass immer mehr Politiker nicht mehr der Gesellschaft – und damit auch der Wirtschaft – als Staatsvertreter gegenüberstehen, sondern in deren Wirkungskreis eingebunden werden. Es entsteht ein Netzwerk der politisch-wirtschaftlichen Eliten. In diesem Netz ist die Regierung nur noch ein Knoten von vielen, neben Lobbys, Verbänden, Kirchen und anderen zivilgesellschaftlichen Bewegungen. Die Akteure der Netzwerke sind austauschbar, politische Unterschiede zwischen den Parteien verwischen.

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KategorienÖkonomie, Politik Tags:

Harry Potter und die Crux des Unternehmers

21. Juli 2007 Keine Kommentare

OK, ich geb’s zu, ich werde Harry Potter auch lesen. Irgendwann, wenn die deutsche Ausgabe erschienen ist und alle meine Bekannten, die es nötiger haben, mit dem Lesen fertig sind. Nicht weil ich es für das großartigste literarische Werk der heutigen Zeit halte, sondern weil man sich dem Hype als einzelner niemals zur Gänze entziehen kann. Das wäre alles noch kein Grund, hier darüber zu schreiben, aber dann bin ich darüber gestolpert: Warum Manager Harry Potter lesen sollten.
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KategorienAlltag, Gesellschaft Tags:

Dame ausanalysiert

20. Juli 2007 Keine Kommentare

Sowohl bei Spiegel Online als auch in der Telepolis habe ich heute gelesen, dass das Damespiel ausanalysiert wurde. Die Lösungsstrategie ist interessant:

Stattdessen wählten die Informatiker einen gemischten Ansatz: Sie ließen ihre Computer alle möglichen Spielstellungen mit zehn oder weniger Steinen auf dem Brett analysieren – immerhin mehr als 39 Billionen Optionen. Dann identifizierten sie 19 relevante Spieleröffnungen, die sie so weit durchspielen ließen, bis nur noch zehn oder weniger Steine auf dem Spielbrett waren. Daraus entwickelten die Forscher eine allgemeine Dame-Strategie, mit der sich immer eine Konstellation erreichen lässt, die zu einem Patt führt – und machten ihre Software „Chinook“ unschlagbar.

Mit anderen Worten: Die Software zerlegt die Damepartie in drei Abschnitte: Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel. Alle Endspielstellungen, in denen nur noch wenige Steine auf dem Brett sind, wurden vollständig in einer Datenbank erfasst. In der Eröffnung wurden alle guten Möglichkeiten herausgefunden. Das erinnert an Schach, wo die Eröffnungsbibliotheken der Programme mit den Partien der Großmeister gefüttert werden. Zwischen den beiden Partiephasen Eröffnung und Endspiel konnte eine endliche Anzahl von Strategien ermittelt und durchgerechnet werden, die den Übergang von einer ausgeglichenen Eröffnungsstellung in ein Remisendspiel erlauben.
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KategorienLogik, Schach Tags:

Andrea Brackmann: Jenseits der Norm – hochbegabt und hoch sensibel?

17. Juli 2007 Keine Kommentare

Das Buch besitze ich schon lange und habe sein Lesen eine ganze Weile vor mir hergeschoben. Vielleicht, weil man einige Dinge gar nicht so genau wissen will, vielleicht auch, weil man manchmal selbst nicht daran glauben will, dass Hochbegabung mehr Probleme mit sich bringt als durchschnittliche Intelligenz. Aber die Argumentation der Autorin zu Beginn ist schlüssig:

Als Hochbegabte bezeichnet man diejenigen 2% der Bevölkerung, die einen IQ größer gleich 130 haben, also etwa jeder 50. Völlig unabhängig von der Frage, was der IQ ist, wie er gemessen wird und welchen Sinn eine solche Messung hat, gilt: Hochbegabte interessieren sich für andere Dinge als der Durchschnitt, denken und sprechen anders. Ein hochbegabtes Kind ist in seiner Schulklasse meist das einzigste, stellt also eine extreme Minderheit dar, und unterscheidet sich durch sein Verhalten von den anderen Kindern. Bei sehr vielen mag die Kindheit problemlos verlaufen, aber die Autorin, die als Psychologin zu einem großen Teil mit derartigen Kindern zu tun hat, fokussiert natürlich auf diejenigen, die ihre Hilfe in Anspruch nehmen (müssen).
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KategorienIntelligenz, Rezensionen Tags:

Marlo Morgan: Traumfänger

13. Juli 2007 Keine Kommentare

Das Buch beginnt mit dem Abschnitt „Von der Autorin an den Leser“:

Dieses Buch basiert auf Tatsachen und ist von wahren Erfahrungen inspiriert. Wie Sie bald erkennen werden, hatte ich kein Notizbuch zur Hand. Verkauft wird dieses Buch jedoch als Roman, um den kleinen Aborigine-Stamm vor rechtlichen Schwierigkeiten zu schützen. Aus Rücksicht auf Freunde, die nicht erkannt werden wollen, habe ich mir die Freiheit genommen einige Details auszulassen.

So eingestimmt, beginnt man die Geschichte einer amerikanischen Ärztin zu lesen, die auf eine merkwürdige Weise von einem Aborigine-Stamm eingeladen wird …
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KategorienFiktion, Rezensionen Tags:

Das Maß aller Dinge

4. Juli 2007 Keine Kommentare

Ich bin vor kurzem über einen alten Kommentar gestolpert, die Quelle kann ich hier leider nicht offenbaren. Aber der Kommentar selbst lässt mich nicht los.

Wenn ich z.B. ein Gesellschaftssystem entwerfe in dem ich dem Menschen ein größtmögliches Maß an Freiheit zusichern möchte, dann ist Freiheit durchaus Ziel und Wert, aber kein Mittel zum Zweck.

Gesellschaftssysteme sind auch kein Selbstzweck. Sie sind dazu da, Bedingungen zu schaffen, die jedem Menschen ein ausgewogenes Maß an Sicherheit und an Handlungsmöglichkeiten bieten. Sie sind dazu da, jedem Menschen zu dienen (und nicht etwa „der Gesellschaft”, oder „der Wirtschaft”, oder irgendwelchen „Firmen”, „Gruppen” oder „Institutionen” – diese sind alle Abstrakta, d.h. es gibt sie nicht).

Die „Freiheit”, die dein Gesellschaftssystem bieten soll, ist nur Mittel. Die echten Ziele und Zwecke verfolgt je der einzelne Mensch in der Gesellschaft.

In meinem nunmehr fünfzehn Jahre währenden Berufsleben musste ich in jeder Firma, für die ich arbeitete, feststellen, dass die Vorstellung, der Mitarbeiter sei für die Firma da und habe ihr seine individuellen Ziele, Wünsche, Neigungen und Interessen unterzuordnen, praktisch überall vorherrscht. Dabei ist es umgekehrt. Alles, was Menschen gemeinsam veranstalten (also auch zusammen wirtschaften), tut jeder einzelne für sich selbst und für ein glückliches Leben derer, die er liebt. Die Firmen sind für die Menschen da – für den Chef sowie für die einfachste Reinigungskraft. Nie umgekehrt.

Keine Firma stellt Mitarbeiter ein. Keine Firma entlässt Mitarbeiter. Es sind immer nur bestimmte Menschen, die dies tun. Eine Firma ist ein Abstraktum, d.h. nichts Wirkliches. Sie beruht auf Konventionen. Ob unser Wirtschaftsleben human und sozial ist oder nicht, liegt nicht an der Wirtschaftsordung. Es liegt immer an der moralischen Bildung der einzelnen handelnden Menschen. Das funktionale Denken ist weit verbreitet und wird in unserem gesamten Bildungssystem geschult und gefördert. Aber das rein funktionale Denken ist unmenschlich.

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KategorienEthik, Gesellschaft Tags: