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Archiv für Mai, 2007

Aphorismen

30. Mai 2007 1 Kommentar

Ich habe ein wenig meine Festplatte aufgeräumt und einen alten Link auf eine Aphorismenseite gefunden: Herzlich Willkommen auf dem Planeten Erde! Drei meiner Lieblingstexte:

Aus persönlicher Betroffenheit

Arzt: „Der Schmerz in Ihrem Bein ist auf Ihr hohes Alter zurückzuführen.“
Patient: „Verkaufen Sie mich nicht für dumm! Das andere Bein ist genauso alt.“

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Jared Diamond: Kollaps

27. Mai 2007 Keine Kommentare

Jared Diamond hat in den letzten 25 Jahren auf dem Gebiet der Evolutionsbiologie gearbeitet. In seinem Buch stellt er die Erkenntnisse zusammen, die er bei der Untersuchung über das Überleben oder Untergehen vergangener und gegenwärtiger Kulturen gewonnen hat. Das Werk ist gleichzeitig Geschichtsbuch, weil es über viele vergangene Kulturen berichtet, Geografiebuch, weil sehr viele verschiedene Regionen der Erde darin vorkommen, es ist ein ökologisches Lehrbuch, weil in ihm nachgewiesen wird, dass auch heute viele scheinbar politische oder ethnische Konflikte in Wirklichkeit auf ungelösten ökonomisch-ökologischen Problemen beruhen, und es ist natürlich ein Buch über heutige Ökonomie und Politik.
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Heiligendamm

27. Mai 2007 Keine Kommentare

Es gibt verschiedene Argumente gegen Heiligendamm und Methoden um zu protestieren. Befürwortet wird das Ereignis nur von wenigen, die Kritiker unterscheiden sich je nach politischem Spektrum lediglich darin, ob sie das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen als unverhältnismäßig betrachten oder sogar die zu beschließenden Ergebnisse als falsch. Die mich bisher am meisten ansprechende Kritik stammt von Hans Magnus Enzensberger: Vorschlag zur Güte. Zwei Zitate:
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Argumente pro Doping

23. Mai 2007 Keine Kommentare

Derzeit werden immer mehr Dopingfälle im Radsport aufgedeckt und die Medien sind sich in der Verurteilung des Dopings weitgehend einig. Es stellt sich die Frage, ob die Situation wirklich so eindeutig ist und ob alle Dopingbasher für jedes mögliche Proargument ein plausibles Kontra geben können. In der Geo Wissen 39/2007 findet man ein Streitgespräch zwischen drei Professoren, die früher selbst aktive Sportler waren und heute durch ihr Fachgebiet mit dem Sport zu tun haben (Soziologie des Sports, Sportpädagogik, Sportwissenschaften). Einige Gedanken aus diesem Artikel:

Der Hauptanreiz zum Doping kommt von staatlicher Stelle, weil der Staat (und, so möchte man ergänzen, auch jeder Sportzuschauer und das Telekommanagement) Geld gegen Leistung vergibt. Zitat:

Die Funktionäre stecken in einem fürchterlichen Dilemma. Wenn sie effektiv gegen Doping vorgehen, sinken die Leistungen, und es fließt weniger Geld. Gleichzeitig verkünden sie, dass alle Leistungsanforderungen, um an Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften teilzunehmen, ohne Doping zu erreichen seien. Aber allen ist klar, dass das manchmal nicht geht.

Interessant auch das folgende Argument:
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Die Bundesanwaltschaft lässt Schnüffeln

22. Mai 2007 Keine Kommentare

Im Zusammenhang mit der Razzia gegen zukünftige G8-Gegendemonstranten wurden Vergleiche mit den Zuständen in Russland gezogen. Von der Größenordnung der Übergriffe ist das sicherlich (noch?) nicht berechtigt, kein Oppositioneller in Deutschland läuft zum Beispiel Gefahr, in seiner Wohnung oder auf offener Straße erschossen zu werden.

Aber eine neue Meldung bei Telepolis Die Bundesanwaltschaft lässt Schnüffeln lädt zu einem ganz anderen Vergleich ein. Mir vom Film „Das Leben der Anderen“ in Erinnerung geblieben sind u.a. die mehrfachen Aufforderungen an die Gefangenen bei den Verhören, ihre Hände zwischen ihre Beine und den Stuhl zu stecken, auf dem sie saßen. Später kam dann heraus, dass auf diese Weise Geruchsproben gesammelt wurden. Und nun das:
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Wie Kinder in Symbolen denken lernen

21. Mai 2007 Keine Kommentare

Das Spektrum der Wissenschaft Dossier „Wie Genies denken“ enthält in dem Artikel „Wie Kinder in Symbolen denken lernen“ Schilderungen von verblüffenden Beobachtungen. Puppenstuben mit verkleinerten Objekten der Realität sind ja sehr beliebt, sehr junge Kinder, so um die 2,5 Jahre, sind aber anscheinend nicht in der Lage, die dort vorhandenen Dinge als „Symbole“ von viel größeren Objekte zu begreifen:

Die Kleinen mühten sich offensichtlich allen Ernstes, mit den Spielsachen im Liliputformat dasselbe anzustellen wie zuvor mit den großen. Manche liefen zum Puppenstühlchen, stellten sich davor und ließen sich langsam und vorsichtig darauf nieder, andere thronten auf der Lehne, wieder andere setzten sich so schwungvoll, dass das Stühlchen umfiel.

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Prost, Astronauten!

17. Mai 2007 Keine Kommentare

In Vorbereitung auf meine Marsmission habe ich recherchiert, was mit einem Menschen im Weltraum passiert, wenn sein Anzug ein Leck bekommt, man muss sich ja vorbereiten, gelle? Nach ein paar Klicks, beginnend bei Google, gelangt man zu dieser Nasa-Seite.

How would the unprotected human body react to the vacuum of outer space? Would it inflate to bursting? or would it not? or would just the interior gases hyperinflate? We are also relating this to short-term exposure only. This question primarily relates to the pressure differential problems. Temperature or radiation considerations would be interesting as well.

Die Antworten basieren auf mehreren Vorkommnissen beim Test von Raumanzügen. Also man platzt nicht, weil alle Körperflüssigkeit sofort zu sieden beginnt. Sondern:
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Ein Traum

13. Mai 2007 Keine Kommentare


Mission to mars

Um sich auf solche zukünftigen Missionen zum Mars vorzubereiten, wird die Europäische Weltraumorganisation ESA gemeinsam mit der russischen Weltraumagentur Roscosmos im Frühjahr nächsten Jahres eine Mannschaft aus sechs speziell ausgewählten Personen, die gewisse Kriterien an Fitness und Intelligenz erfüllen müssen, zu einer simulierten Reise zum Mars schicken. Die Anforderungen sind sehr hoch und entsprechen denen, die auch ein ESA-Astronaut erfüllen muss. 520 Tage ohne Test- und Vorbereitungszeit wird diese Mannschaft in einer abgeschlossenen Raumschiff-/Mars-Umgebung verbringen, die einen zum Mars und zurück führt.

In circa vier Wochen wird die ESA unter anderem auch über das Internet das gesamte Prozedere mit Bewerbungsvoraussetzungen bekannt geben, im November sollen die Probanden dann feststehen – es bleibt also noch etwas Zeit, darüber nachzudenken, sofern man sich innerhalb der festgesetzten Altersgrenze zwischen 25 und 50 Jahren befindet.

Ich würde nicht nur simulieren, ich würde auch fliegen wollen. Und ich würde mich für den echten Flug auch bewerben, wenn es ein One-way-Ticket wäre. Wer sich laufend umdreht, stolpert bloß über seine eigenen Beine.

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Sex- und Genderforschung

10. Mai 2007 Keine Kommentare

Ein längerer Artikel über die Ergebnisse der Erforschung der Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Männern und Frauen findet sich bei Spiegel Online: Typisch Frau? Von wegen!

Es war eines der größten Verdienste der Geschlechterforschung, die Kategorien Sex (= biologisches Geschlecht) und Gender (= soziales Geschlecht) zu trennen. So konnte gezeigt werden, dass Weiblichkeit und Männlichkeit eben keine rein natürlichen Bestimmungen sind. Geschlechterzuschreibungen und Geschlechterrollen, ihre Bewertungen und Hierarchien werden in der Gesellschaft ausgehandelt und durch ihre Strukturen verfestigt. Jede und jeder einzelne wächst gewissermaßen in diese Geschlechterrollen – mehr oder weniger – hinein. Das ›Mehr oder weniger‹ ist dabei wichtig, denn glücklicherweise ist dieses Doing Gender, dieses tagtägliche Herstellen von Geschlecht, eben nicht biologisch festgelegt. Mädchen müssen nicht nur mit Puppen spielen, Jungen müssen nicht immer nur raufen. Frauen können sehr wohl die angeblich männlichen Berufe ergreifen und als Managerin, Informatikerin oder Baggerfahrerin erfolgreich sein; Männer sind genauso gute Lehrer, Erzieher oder Krankenpfleger. Und so können wir zumindest für unseren Kulturkreis sagen, dass die angeblich so getrennten Geschlechterrollen zunehmend durchbrochen werden. Auf der Genderebene verschwimmen die Unterschiede zwischen Frauen und Männern immer mehr.

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Menschen sind keine Geldmaschinen

8. Mai 2007 Keine Kommentare

Ist laut Spiegel Online der Glaube oder Wunsch des Nobelpreisträgers Muhammad Yunus. Er hat den Nobelpreis für die Gründung und Leitung der Grameen Bank erhalten, die Mikrokredite an Arme vergibt und ihnen dadurch zum eigenständigen Bestreiten des Lebensunterhalts verhelfen will. Man muss allerdings anmerken, dass er nicht den Nobelpreis für Ökonomie, sondern den Friedensnobelpreis erhalten hat. Es zählte also nicht sein theoretischer Beitrag zur Reformation des Kapitalismus, sondern der in die eigene Tat umgesetzte gute Wille.

Ein Ausschnitt aus dem Spiegel-Interview:
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KategorienEthik, Visionen Tags: