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Archiv für März, 2007

Frühjahrszeit ist Diätenzeit

23. März 2007 Keine Kommentare

Frühjahrszeit ist Diätenzeit, genau wie Januar der Monat der guten Vorsätze ist, was man an dem Gedränge im eigenen, sonst ziemlich leeren, Fitnesscenter bemerkt. Ich muss zugeben, ich war sehr skeptisch, als ich begonnen habe, das Buch „Mein Ich-Gewicht“ von Maja Storch zu lesen. Zumal die Autorin im Buch auch noch als wissenschaftliche Leiterin eines Instituts für Selbstmanagement vorgestellt wird. Der Begriff des Selbstmanagements war bei mir negativ konnotiert.

Im Buch findet sich keine einzige Formel zur Berechnung eines Idealgewichts und kein einziges Koch-, Back- oder Essenrezept. Die Autorin ist Psychologin und entwickelt in ihrem Buch eine Theorie, wie das adaptive Unbewusste und der bewusste Verstand manchmal zusammen und häufig gegeneinander im Körper arbeiten. Vielen ist der Jojo-Effekt bekannt, also die Rückkehr des alten Gewichts oder sogar dessen Überschreiten, wenn die Diät zu Ende ist, und sich der bewusste Willen und Verstand wieder anderen Dingen zuwenden. Das eigene Unbewusste hat andere Vorstellungen und wurde nicht vom Nutzen der Veränderung überzeugt.
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Der Bart ist ab,

15. März 2007 Keine Kommentare

nach achtzehn Jahren. 1989 waren wir zu sechst, drei Pärchen, im Fogarazgebirge in Rumänien gewesen. Vierzehn Tage ohne sich einmal zu rasieren und ohne einmal in den Spiegel zu blicken. Nach dem Ende der Tour waren wir nach Budapest gefahren, das Mekka für DDR-Touristen. Von den Querelen an den Grenzen des Ostblocks zum Westen wussten wir noch nichts. Aber wir hatten gehört, dass die Ungarn in Budapest ein Lager für DDR-Bürger haben, mit kostenloser Übernachtungsmöglichkeit. Bei früheren Besuchen hatten wir meist im Stadtpark oder auf dem Bahnhof geschlafen, das war den Ungarn dann wohl leid.
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Trau keiner Statistik …

13. März 2007 Keine Kommentare

… die du nicht selbst gefälscht hast. Es ist interessant, dass am selben Tag zwei Artikel zum Thema „Lebenserwartung“ erschienen sind:

  • Im Spiegel: Weltbevölkerung wächst und altert im Eiltempo

    2050 werden 9,2 Milliarden Menschen auf der Welt leben – 2,5 Milliarden mehr als heute. Das zeigt ein neuer Uno-Bericht, der die bisherigen Prognosen nach oben korrigiert. Grund: Die Lebenserwartung wächst rasant.

  • In der Telepolis: Die jetzt 50-Jährigen sind kränker als vorhergehende Generationen

    In den letzten Jahren wurden wir stets mit den Voraussagen konfrontiert, dass die Menschen immer älter werden. Seit Jahrzehnten die Lebenserwartung bei Männern und Frauen kontinuierlich an: bei 1963 geborenen Frauen lag sie bei 73 Jahren (Männer: 68), heute liegt sie bei 81,5 (75,9) Jahren. Zusammen mit der sinkenden Geburtenrate wird deshalb behauptet, dass allein die demographische Entwicklung die sozialen Sicherungssysteme zusammenbrechen lasse, weswegen sie umgebaut werden müssten. Nach einer von US-Wissenschaftlern könnten solche Hochrechnungen jedoch in die Irre gehen, da möglicherweise der Gipfel der Lebenserwartung bald erreicht oder überschritten werden und die nächste Generation der Alten schon weniger gesund sein könnte.

Liest man beide Artikel bis zum Ende, dann klärt sich der vermeintliche Widerspruch auf doppelte Weise:
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Quantenteleportation

10. März 2007 Keine Kommentare

Einige der verblüffendsten „Zaubertricks“ der Quantentheorie findet man rund um den Begriff der Teleportation. Heute geht das zwar nur mit Quanten oder einfacher gesagt mit winzig kleinen Objekten, aber in der Phantasie der SciFi-Autoren ist man da schon ein Stück weiter, dort werden auch Menschen gebeamt.

Das Grundprinzip der Teleportation ist folgendes: Zwei Teilchen werden miteinander „verschränkt“. Das heißt, sie sind ab dem Zeitpunkt der Verschränkung so miteinander verkoppelt, dass eine Änderung der Eigenschaften eines der beiden Objekte instantan eine Änderung der Eigenschaften seines Partners bewirkt. „Instantan“ bedeutet „unmittelbar“, es vergeht keine Zeit. Das beißt sich auf den ersten Blick mit der Relativitätstheorie, die eine maximale Übertragung von Informationen mit Lichtgeschwindigkeit postuliert. Aber wird hier die Relativitätstheorie tatsächlich verletzt, oder allgemeiner: Wird Information mit „Überlichtgeschwindigkeit“ transportiert?

Meiner Meinung nach: Nein! Das folgende Gedankenexperiment listet die Schritte auf, die bei dem Experiment aufeinander folgen:
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Nepper, Schlepper, Bauernfänger II

7. März 2007 Keine Kommentare

Weil wir gerade beim Thema unseriöse Firmen sind, seit einiger Zeit habe ich neben meinem Telefon ein Gegenwehrscript liegen, um mit einem eventuell anrufenden Telefondesinfizierer Telefonmarketingspezialisten ein längeres und aufschlussreiches Gespräch zu führen. Aber irgendwie müssen die Brüder bzw. Schwestern Lunte gerochen haben, seitdem hatte ich keinen einzigen derartigen Anruf mehr.

Aber so ganz taufrisch ist das Formular offenbar nicht, Es kommt wohl häufiger zum Einsatz. Beim Googeln nach „Gegenwehrscript“ stieß ich zum Beispiel hier auf den folgenden Dialog:
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Nepper, Schlepper, Bauernfänger

5. März 2007 Keine Kommentare

Eine von den eingeblendeten Google-Anzeigen bei Nensch lautet:

Berechne wie alt du wirst
Berechne deine Lebenserwartung mit glücklicher Lebenseinstellung.
www.Mein-Alter.com

Ich habe das mal angeklickt, man gelangt auf eine Seite, auf der man seine Körpergröße und sein Gewicht eingibt, sowie ob man Raucher ist und wie häufig man in der Woche Sport treibt. Ja richtig, das sollte vollkommen genügen, um das Lebensalter bis auf zwei Stellen nach dem Komma vorherzusagen. Obwohl – es fehlt das Tierkreiszeichen. Ein Klick auf den Weiter-Knopf führt einen auf eine Seite, auf der man seine persönlichen Kontaktdaten eingeben soll. Das Ganze funktioniert nur einmal, vermutlich wird ein Cookie gesetzt, beim zweiten Mal landet man gleich auf der Seite mit den Kontaktdaten. Dort gibt es auch ein „AGB“-Häkchen. Das macht misstrauisch, ich lese darunter das Kleingedruckte:
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Das gleiche Geschlecht

1. März 2007 Keine Kommentare

Dauerthema der Verhaltensforschung ist die Streitfrage nach dem Verhältnis von Genen und Umwelt. Den wohl dicksten Wälzer zu diesem Thema hat Steven Pinker mit „Das unbeschriebene Blatt“ verfasst. (Ich frage mich, wieviel Prozent der Leser es bis zur letzten Seite geschafft haben.) Seine Hauptthese ist, dass unser Verhalten viel weniger flexibel und durch Erziehung beeinflussbar ist, als man im Allgemeinen denkt. Brisant sind seine Thesen auch dadurch, dass die Lagerzuordnung – mehr Genanhänger, mehr Umweltanhänger – bis in die politische Grundhaltung durchschlägt. Traditionell sind Rechte eher den Genanhängern zuzuordnen (einmal Verbrecher, immer Verbrecher; manche sind eben fleißiger als andere; usw.), während Linke eher den Umweltaspekt betonen (bis im Extrem zur Einsperrung Umzuerziehender in Lager).

Eine Sonderform der Streitfrage findet man bei der Untersuchung des Verhältnisses von Männern und Frauen in der heutigen Gesellschaft. Man braucht sich nur das prozentuale Verhältnis von Männern und Frauen in bestimmten Berufsgruppen anzusehen und wird mit der Nase darauf gestoßen, dass sich heute die beiden Geschlechter zu unterschiedlichen Tätigkeiten und Dingen hingezogen fühlen und sich insgesamt unterschiedlich verhalten. Common sense ist aber, dass Männer und Frauen im statistischen Durchschnitt gleich intelligent sind.
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