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Archiv für Januar, 2007

Wie Genies denken

20. Januar 2007 Keine Kommentare

Diese etwas reißerische Überschrift trägt ein Artikel in „Spektrum der Wissenschaft“ 1/2007. Dort wird vor allem über „die Drosophila der Kognitionswissenschaft“, Schach, berichtet. Gewiss gibt es außergewöhnliche Leistungen auch in der Kunst und der Wissenschaft, aber einen objektiven Vergleichsmaßstab gibt es dort nicht. Wenn es um die Untersuchung außergewöhnlicher geistiger menschlicher Leistungen geht, ist deshalb Schach am besten geeignet, weil man die Leistung messen kann – durch den Vergleich der Spielergebnisse von Wettkämpfen zwischen Menschen.

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gab es erste Untersuchungen:

Der Psychologe Adriaan de Groot, selbst Schachmeister, fand dies schon 1938 bei einem großen internationalen Turnier in den Niederlanden bestätigt. Er verglich dabei durchschnittliche und starke Spieler mit den damals führenden Schachgroßmeistern.

Wie de Groot damals feststellte, untersuchen starke Spieler deutlich mehr Zugvarianten als schwache. Bei den Schachmeistern und -großmeistern stieg die Zahl der analysierten Züge dagegen nicht viel weiter an. Statt mehr Möglichkeiten zu durchdenken, beschränken sich die besseren Spieler auf die aussichtsreicheren Varianten und verfolgen sie gründlicher.

Mit einer komplizierten Stellung konfrontiert, mag ein schwächerer Spieler eine halbe Stunde über dem Brett brüten und viele Züge vorausberechnen, auf den richtigen Zug aber trotzdem nicht kommen. Ein Großmeister hingegen sieht diesen Zug sofort, ohne überhaupt bewusst irgendetwas zu analysieren.

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Nobelpreisträger leben länger?

17. Januar 2007 Keine Kommentare

In der Morgenwelt findet man einen Artikel mit der Überschrift Nobelpreisträger leben länger. Dort heißt es:

Wenn ein Wissenschaftler Anfang Oktober einen Anruf aus Stockholm erhält, kann er auf mehr hoffen als auf Ruhm und Geld. Zwei britische Ökonomen haben ermittelt, dass mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Forscher im Schnitt 1,4 Jahre länger leben als Fachkollegen, die lediglich auf der Kandidatenliste gestanden haben.

Betrachtet man lediglich Forscher gleicher Nationalität, beträgt der Gewinn an Lebensjahren sogar etwa zwei Jahre, fanden Andrew Oswald von der University of Warwick und sein ehemaliger Doktorand Matthew Rablen. Ihrer Ansicht nach bekräftigt dieses Resultat die Annahme, ein hoher sozialer Status wirke sich günstig auf die Lebenserwartung aus. „Wie es dazu kommt, wissen wir nicht“, so Oswald.

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Mit Anstand auf die Welt

10. Januar 2007 Keine Kommentare

Im Spiegel Nr. 51 vom 18.12.2006 findet man einen Artikel mit dieser Überschrift. Teaser des Artikels sind folgende beide Gedankenversuche:

Führerlos rast ein Zug auf die fünf Gleisarbeiter zu. Eine Möglichkeit, ihren sicheren Tod zu verhindern, wäre, den Zug in letzter Minute aufs andere Gleis zu leiten. Doch auch dort arbeitet ein Mensch, wenngleich nur ein einzelner. Ist es richtig, die Weiche umzustellen?

Und was, wenn ein dicker Mann auf einer Brücke direkt über dem Bahndamm stünde? Sein schwerer Körper würde den heranrasenden Zug aufhalten, die fünf Gleisarbeiter wären gerettet. Wäre es richtig, den Mann zu schubsen?

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