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Archiv für Dezember, 2006

Jürgen Fliege: Der falsche Prophet

31. Dezember 2006 Keine Kommentare

Die Überschrift ist etwas irreführend, denn nicht Jürgen Fliege ist „Der falsche Prophet“, sondern das ist der Titel eines seiner Bücher, mit dem sinnklärenden Untertitel „Wie US-Präsident George W. Bush den Glauben vergiftet“. Er hat das Buch 2003 herausgebracht und sich darin mit dem christlichen Bekenntnis von Bush auseinandergesetzt. Fliege ist studierter Theologe und arbeitet oder hat als evangelischer Pfarrer gearbeitet.

Das Buch ist als eine Art offener Brief geschrieben, wobei klar ist, dass der Adressat nicht Bush selbst ist, sondern die Leser. Viele Atheisten, Agnostiker und Angehörige anderer Religionen dürften sich mit den meisten Christen auf der Welt darin einig sein, dass Bush mit seinem selbst ausgerufenen Kreuzzug gegen das Böse das Christentum beschädigt hat. Flieges Buch ist eine emotionale Anklage von einem theologischen Standpunkt aus:
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KategorienEthik, Religion, Rezensionen Tags:

Saddam Hussein und die Todesstrafe

30. Dezember 2006 Keine Kommentare

Eigentlich wollte ich mich ja zu diesem Thema gar nicht äußern und bin eher zufällig auf diesen Beitrag gestoßen. Dort musste ich die für mich neue Erfahrung machen, dass ich, obwohl gegen die Todesstrafe, mit Missbilligung gestraft wurde, weil ich andere Gründe dafür angegeben habe als die anderen Disputanten. Da dort von der Verfasserin keine Diskussion gewünscht wurde, hier eine etwas ausführlichere Darlegung.

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KategorienEthik, Gesellschaft Tags:

Christof Koch: Bewusstsein, ein neurobiologisches Rätsel.

29. Dezember 2006 Keine Kommentare

„Bewusstsein, ein neurobiologisches Rätsel“ ist ein Buch, in dem Christof Koch seine gemeinsam mit Francis Crick entwickelte Theorie der neuronalen Korrelate des Bewusstseins einem breiteren Publikum vorstellt. Ein populärwissenschaftliches Buch ist es nicht, dazu ist die Vielzahl der Ideen zu groß und sind die an den Leser gestellten Anforderungen zu hoch. Jedenfalls empfand ich das beim Lesen so. Deshalb sehe ich mich auch zu einer Rezension, die den Inhalt des Buchs in wenigen Sätzen zusammenfasst, außerstande. Im Folgenden also eine lose Aneinanderreihung von Zitaten, die für mich wichtige und/oder neue Ideen enthalten und einige wenige erklärende oder kritische Kommentare.

Zur NCC-Theorie

NCC: Im Buch nicht übersetzte englische Abkürzung für „Neuronale Korrelate des Bewusstseins“.

S. 12: Ich nehme an, dass die physische Grundlage des Bewusstseins eine emergente Eigenschaft ist, die aus spezifischen Wechselbeziehungen zwischen Neuronen und ihren Elementen resultiert. Obwohl Bewusstsein mit den Gesetzen der Physik vollständig vereinbar ist, können wir aus diesen Gesetzen Bewusstsein weder ableiten noch verstehen.

S. 95: Das gesamte Gehirn ist hinreichend für Bewusstsein – es bestimmt tagaus, tagein bewusstes Empfinden. Das gesamte Gehirn mit den NCC (neuronale Korrelate des Bewusstseins) gleichzusetzen, ist jedoch nicht hilfreich, weil wahrscheinlich weniger Hirnmaterie ausreicht. Ich interessiere mich für den kleinsten Satz Neuronen, der für ein bestimmtes Perzept notwendig ist.

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KategorienGehirn & Geist, Rezensionen Tags:

Das Weihnachtsgeschenk

19. Dezember 2006 Keine Kommentare

Viele sind ja immer noch auf der Suche nach einem passenden Weihnachtsgeschenk. Mein heutiger Vorschlag: Eine Luftpumpe. Jedenfalls war für Ursel und Traudel heute schon Bescherung und sie haben selbige von mir bekommen.

Natürlich liegt das nicht daran, dass sie jetzt Rad oder Auto fahren lernen sollen oder gar selbst luftbereift sind. Aber wenn man den Winter schlafend im Kühlschrank verbringt, von dem die Tür nur notdürftig durch ein paar Abstandsstücke etwas offen gehalten wird, dann ist eine elektrische Luftpumpe vielleicht gar keine so üble Idee. Jedenfalls kann ich jetzt etwas beruhigter in die Weihnachtsferien fahren, weiß ich doch meine beiden Schildkröten perfekt mit Luft versorgt von der neuen Pumpe.


Vexierbild
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KategorienAlltag, Haustiere Tags:

Ich bin Patenonkel geworden

14. Dezember 2006 Keine Kommentare

Eines meiner beiden Pärchen Kongozwergbuntbarsche führt seinen Nachwuchs im Becken herum.

kongo

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KategorienHaustiere, Natur Tags:

Ehud Olmert soll zurücktreten,

12. Dezember 2006 Keine Kommentare

wird in Israel gefordert, weil er, sehr durch die Blume, die Wahrheit ausgesprochen hat: Israel besitzt Atomwaffen. Damit breche er die fünfzigjährige politische Tradition Israels. Aha, wer die Wahrheit ausspricht, weicht also von der offiziellen Politik Israels ab.

Ein weiteres Muster: Atomwaffen in der Hand demokratischer Staaten sind selbstverständlich etwas anderes als die in der Hand von Diktaturen. Olmerts zählt dann auch gleich die demokratischen Staaten auf, denen sich Israel zugehörig fühlt: Amerika, England, Frankreich und Russland. Vermutlich werden das zumindest die Herrschenden in Diktaturen etwas anders sehen, wenn es um die Berechtigung zum Besitz von Atomwaffen geht und ihnen die sich selbst so klassifizierenden demokratischen Staaten atomwaffenbesitzend gegenüberstehen. Aber eine gewisse Logik ist dem ja nicht abzusprechen: Eigene Atomwaffen sind gut, fremde schlecht.
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KategorienPolitik Tags:

Wollen wir wirklich allein bleiben?

11. Dezember 2006 Keine Kommentare

Ein Artikel in der Telepolis, Panik im Angesicht des maximal Fremden hat in mir die Erinnerung an zwei Bücher wachgerufen, die ich in diesem Herbst gelesen habe:

Doch zunächst zum Telepolis-Artikel von Michael Schetsche. Darin spekuliert er über drei mögliche Szenarien des Zusammentreffens von Menschen und Außerirdischen:

  1. Das Fernkontakt-Szenario, bei dem Radioteleskope oder andere technische Einrichtungen Signale aus den Weiten des Weltalls auffangen, die künstlichen Ursprungs sind.
  2. Das Artefakt-Szenario, bei dem auf der Erde (oder im Rahmen zukünftiger Weltraummissionen irgendwo im Weltraum) materielle Hinterlassenschaften Außerirdischer entdeckt werden.
  3. Das Direktkontakt-Szenario, bei dem ein nichtirdisches Objekt, das offensichtlich von einer Intelligenz oder wenigstens einem klug geschriebenen Programm gesteuert wird, im erdnahen Weltraum auftaucht, in den Erdorbit eintritt oder gar auf der Erde landet.

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KategorienGesellschaft, Physik Tags:

NPD durch Illuminaten unterwandert!

10. Dezember 2006 Keine Kommentare

Die Illuminaten haben jetzt womöglich auch die NPD unterwandert! titelt Telepolis in einem Artikel. So furchtbar fände ich das gar nicht, aber viel interessanter ist ein Link in diesem Artikel: Der 1. Thelema-Konvent – ein Bericht. Dort liest man u.a.:

Nach einer kleinen Umbaupause begann gegen 14.30 Uhr der zweite Programmpunkt: Bioenergetische Körpererfahrung, die manchen Teilnehmer ins Schwitzen brachte. Etwa 15 – 20 Personen nahmen hier teil, während andere die einladenden Berliner Cafes zum Kennenlernen oder Diskutieren nutzten.

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KategorienPolitik Tags:

Wie das Gehirn die Augen täuscht,

9. Dezember 2006 Keine Kommentare

so heißt ein aktueller Spiegel-Online-Artikel.

Die Bildunterschrift dazu lautet:

Und weg ist er: Wenn man mit dem linken Auge eines der drei weißen Quadrate fixiert, das rechte dabei schließt und sich dem Bild langsam nähert, verschwindet plötzlich der auf gleicher Höhe liegende Kreis links daneben – wegen des blinden Flecks auf der Netzaut.

Meine Augen sind noch viel schlechter als im Artikel beschrieben, ich sehe sogar nur zwei weiße Quadrate.

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Mensch und Maschine

6. Dezember 2006 Keine Kommentare

Anlässlich des gerade zu Ende gegangenen Wettkampfs zwischen dem Schachweltmeister Wladimir Kramnik und dem PC-Schachprogramm Fritz, den Kramnik mit 2:4 verloren hat, wurde wieder einmal die sogenannte „künstliche Intelligenz” beschworen. Der Glaube, Schachspiel hätte irgend etwas mit Intelligenz zu tun, hält sich immer noch hartnäckig. Im Falle des Computerschachs seit den 50er Jahren, als Alan Turing den nach ihm benannten Turing-Test auf (künstliche) Intelligenz definierte und selbst ein Schachprogramm kreierte (allerdings mangels Hardware nur auf Papier). Dabei hat Schach weder bei Menschen noch bei Maschinen etwas mit Intelligenz zu tun, jedenfalls nicht, wenn man Intelligenz als die Fähigkeit zum Lösen neuartiger Aufgaben definiert.

Man hat Schachgroßmeister in Computertomographen gesteckt und ihnen dort beim Schachspielen zugesehen. Aktiv waren nicht die Gehirnregionen für das logische Denken, sondern die für das Erinnern von Bildern. Die plausibelste Hypothese ist, dass sie eine Vielzahl von sogenannten Chunks gespeichert haben, d.h. charakteristische Stellungsmerkmale, Beziehungen zwischen den Figuren auf dem Brett. Man vermutet die Existenz von etwa 50.000 solcher Chunks, was in etwa der Anzahl der Wörter in einer Sprache entsprechen würde.
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KategorienGehirn & Geist, Schach Tags: