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Archiv für Juli, 2006

Zahlenmystik mit Johann Sebastian Bach

30. Juli 2006 Keine Kommentare

Gestern Abend habe ich in der St. Bartholomäus-Kirche in Dornheim (in der Nähe von Arnstadt bzw. Erfurt) ein Konzert für Orgel und Mundharmonika besucht. Die Interpreten waren Elke Bestehorn und Maria Wolfsberger. Elke Bestehorn spielte Orgel, Maria Wolfsberger chromatische Mundharmonika.

Aber nicht von diesem tollen Konzert, den beiden beeindruckenden Frauen und der chromatischen Mundharmonika soll hier die Rede sein, sondern von der Zahlenmystik rund um Johann Sebastian Bach. Die Dornheimer Kirche ist dadurch berühmt, dass in ihr Johann Sebastian Bach zum ersten Mal geheiratet hat, am 17.10. 1707, einem Montag. Weil das ein Montag ist, was sehr ungewöhnlich für eine Hochzeit in der damaligen Zeit sein soll, haben ein paar Mystiker Berechnungen angestellt, an einer Seitenwand der Kirche findet sich ein Schaukasten mit ihren Zahlenspielen. Zentrale Aussage ist, dass die Zahl 14 in Bachs Leben eine überragende Rolle gespielt hat, weil:
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KategorienAlltag, Logik, Skeptizismus Tags:

Bettina Köthke: Recht auf Notwehr?

27. Juli 2006 Keine Kommentare

In der Telepolis habe ich den bisher besten Artikel zum gegenwärtigen Krieg im Libanon gefunden: Recht auf Notwehr?. Die Autorin Bettina Köthke hat eine enge berufliche Beziehung zum Israelisch-Palästinensischen Dauerkonflikt und zu Problemen totalitärer Herrschaftssysteme, wie man durch Googeln leicht herausfinden kann: Sie lehrt an der Uni Leipzig zu den entsprechenden Themengebieten am Institut für Philosophie im Fachgebiet Philosophische Anthropologie und Kognitionswissenschaften.

In ihrem Artikel beleuchtet sie die Rechtmäßigkeit des israelischen militärischen Vorgehens im Libanon unter moraltheoretischen Gesichtspunkten. Unter welchen Voraussetzungen ist es vertretbar, so militärisch zuzuschlagen, wie es Israel derzeit gegen die Hisbollah im Libanon tut? In dem Artikel werden zunächst die Pro- und die Kontraargumente aufgelistet und bewertet. Nach Meinung der Autorin ist ein massiver Schlag unter bestimmten Bedingungen nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, in diesem Fall wenn eine unmittelbare und existenzbedrohende Gefährdung von Israel und seiner Bürger bestanden hätte.
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Frank Schätzig: Nachrichten aus einem unbekannten Universum

25. Juli 2006 Keine Kommentare

Frank Schätzig hat mit „Der Schwarm“ im Jahr 2004 einen Bestseller geschrieben. Mit „Nachrichten aus einem unbekannten Universum“ hat er jetzt gezeigt, dass ihn die Themen Evolution, Leben im Meer und unsere Stellung in der Natur schon lange beschäftigen und er offenbar vor dem „Schwarm“ lange und gründlich recherchiert hat. Das Buch ist mit leichter Hand geschrieben, Thema ist die Entwicklung des Lebens auf der Erde, immer mit dem speziellen Blick ins Meer. Viele Bücher über die Erdentwicklung konzentrieren sich in den jeweiligen Erdzeitaltern auf die neu hinzugekommenen Spezies. Frank Schätzig bleibt im Meer und zeigt, dass auch dort die Entwicklung ununterbrochen weiter gegangen ist.

Hier soll keine Inhaltsangabe erfolgen, nur ein Zitat aus dem Buch von einer Stelle, an der es sich nicht vordergründig um das Leben im Meer dreht:
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KategorienEvolution, Natur, Rezensionen Tags:

Kampf gegen den Terror

24. Juli 2006 Keine Kommentare

So sieht das also aus, wenn man zwei Soldaten aus der Gefangenschaft befreien will. Für alle diejenigen, die Krieg für das richtige Mittel zum Erreichen ihrer Ziele halten.

Quelle
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Frank Schirrmacher: Minimum

16. Juli 2006 Keine Kommentare

Ich gebe zu, ich habe dieses Buch voreingenommen begonnen zu lesen. Immerhin ist Frank Schirrmacher Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen, die wegen ihrer politischen Ausrichtung nicht gerade zu meiner bevorzugten Lektüre gehört. Dann fand ich das Buch doch recht gut geschrieben, besonders der abschließende Teil mit der Rolle der Frau in der Zukunft gefiel. Im Abstand von einigen Wochen kamen meine Zweifel zurück. Den Ausschlag, doch noch meinen Senf zu diesem Buch abzugeben, lieferte der Telepolisartikel Die Familie ist tot, es lebe die Familie.

Frank Schirrmacher singt im Buch das Hohelied der Familie, und er macht den Wert der Familie vor allem mit seinem Beispiel vom Überleben einer kleinen Gruppe von Siedlern am Donnerpass 1846 deutlich. Bei anderen Rezensionen seines Buches beschränkt man sich meistens auf dieses eine Beispiel, für mich zählen zum Kernbestand noch zwei weitere:

  • Er beschreibt die Ereignisse in einem Hotelkomplex auf der Isle of Man im Jahr 1973, als dort ein großer Brand viele Todesopfer gefordert hat.
  • Er schildert die schwierige Situation in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg, als viele Männer nicht mehr aus dem Krieg zurückgekehrt sind, das Land wiederaufgebaut und die vielen Vertriebenen integriert werden mussten.

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Vor 25 Jahren

13. Juli 2006 Keine Kommentare

Vor 25 Jahren, 1981, besuchte Helmut Schmidt die DDR. Im Vorfeld seines Besuchs suchten Bürgermeister und Parteisekretäre diejenigen DDR-Bürger aus, die ihm zuwinken durften. Ein Zusammentreffen mit dem gemeinen Durchschnittsbürger war nicht vorgesehen.

In diesem Jahr besuchte Georg Bush Ostdeutschland. Im Vorfeld seines Besuchs hatten Bürgermeister und Landräte die Bürger ausgewählt, die ihm zuwinken durften. Zitat aus dem Spiegel:

… Tausend Zuschauer dürfen die Begrüßungsreden auf dem Alten Markt in der Hansestadt verfolgen. Ausgewählt wurden sie von den Rathäusern und Landratsämtern der Umgebung. Auch Bewerbungen von einzelnen Bürgern waren eingegangen. …

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Geheime Zeichen am Himmel

11. Juli 2006 Keine Kommentare

In Bild der Wissenschaft 7/2006 findet man einen Artikel mit der Überschrift „Geheime Zeichen am Himmel“, der sich mit dem Orientierungsvermögen von Tieren beschäftigt.

Zwei Abschnitte haben es mir besonders angetan:

Wüstenameisen haben nur ein winziges Gehirn. Trotzdem können sie komplizierte navigatorische Leistungen vollbringen, wie die Schweizer Forscher herausfanden. Die Insekten verrechnen auf abschüssigem Gelände den Steigungswinkel mit der Streckenlänge. Exakt ginge das nur mit der Geometrie. Da die Tiere aber weder Sinus- noch Cosinusregeln beherrschen – Wehner bezeichnet sie deshalb als Vor-Pythagoras’sche Wesen – müssen sie zwangsläufig andere Rechenoperationen ausführen.

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Stechmücken im Himmel

9. Juli 2006 Keine Kommentare

Frank Schätzig stellt in „Nachrichten aus einem unbekannten Universum“ fest, dass die meisten Religionen den Stechmücken keine Seele zubilligen. Zweifellos motiviert das die Gläubigen dazu, sich anzustrengen in den Himmel zu kommen, weil man so die lästigen Plagegeister für die nachfolgende unendlich lange Zeit los sein wird. Aber irgendwie scheinen hier die Religionsschöpfer einem Denkfehler aufzusitzen: Wieso müssen denn die Stechmücken im Himmel stechen, wenn sie, so wie wir (bzw. unsere Seelen), nichts mehr zu essen benötigen?

Meiner Meinung nach sollten alle Religionen in dieser Hinsicht modernisiert werden, freier Zugang auch für Stechmücken, Amöben und Bakterien! Gedränge wird es im Himmel trotzdem nicht geben, denn seit den Leibnizschen Monaden wissen wir ja, dass Seelen keinen Platz benötigen.
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