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Archiv für Februar, 2006

Fritz Reheis: Die Kreativität der Langsamkeit

26. Februar 2006 Keine Kommentare

Die zweite Auflage dieses Buches ist 1998 erschienen. Genau wie Karlheinz Geißler beschäftigt Fritz Reheis das Verhältnis des Menschen zur Zeit. Während sich Geißler mit seinem Konzept der „Postmoderne“ vor allem mit individuellen Lösungen beschäftigt hat, interessiert sich Reheis mehr für die politischen und ökonomischen Ursachen der Beschleunigung in der heutigen Zeit und Lösungsmöglichkeiten für die resultierenden Probleme. Er teilt zunächst, ähnlich wie Geißler, die Welt in Sphären auf: die des Menschen, der Gesellschaft und die der Natur. Da sich weder die Biologie des Menschen noch die sich außerhalb der Gesellschaft befindliche Natur verändert haben, sind die Ursachen der Beschleunigung folglich in der Gesellschaft zu suchen.
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Hartz-IV-Ermittler überprüft Arbeitslose

25. Februar 2006 Keine Kommentare

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Die originale Bildunterschrift lautet: Hartz-IV-Ermittler überprüft die Wohnung einer Arbeitslosen. Die Zahl der Zahnbürsten könnte Aufschluss darüber geben, ob die Frau allein lebt.
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KategorienPolitik Tags:

Nullkontakt tempora

23. Februar 2006 Keine Kommentare

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KategorienFiktion Tags:

Das Liebesleben der Roten Feuerameise

22. Februar 2006 Keine Kommentare

ameiseDie Zweigeschlechtlichkeit der meisten Lebewesen ist ja nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch ein faszinierender Stoff. Hier gibt es einen 2,5 Jahre alten Übersichtsartikel zu diesem Thema. Leider funktionieren nicht mehr alle Links. Heute habe ich nun eine weitere Skurrilität gefunden.

In Spektrum Direkt vom 30.6.2005 wird über das Sexualleben der Feuerameisen berichtet:

Als nun Denis Fournier vom französischem Forschungsinstitut INRA und seine Kollegen die Verwandtschaftsverhältnisse der kleinen Krabbler bei 34 Nestern in Französisch-Guyana analysierten, erlebten die Forscher eine Überraschung: Das Erbgut von fortpflanzungsbereiten Weibchen, die sich auf der Suche nach einem Freier in die Luft begeben hatten, war hundertprozentig identisch mit dem Genom ihrer Mutter.

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KategorienEvolution, Natur Tags:

Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

20. Februar 2006 Keine Kommentare

Paul Watzlawick gilt als einer der bekanntesten Vertreter des Radikalen Konstruktivismus. Sein Buch „Wie wirklich ist die Wirklichkeit“ gilt als einer der Klassiker der Konstruktivismusliteratur. Es ist 1976 in englisch, 1978 erstmalig in deutsch erschienen. Mein Exemplar aus dem Jahr 1999 entstammt der 25. Auflage und ist mir beim Ausmisten meines Bücherschranks zufällig wieder in die Hände gefallen.

Die Motivation zum Schreiben seines Buches umreißt er im Vorwort so:

Dieses Buch handelt davon, daß die sogenannte Wirklichkeit das Ergebnis von Kommunikation ist. Diese These scheint den Wagen vor das Pferd zu spannen, denn die Wirklichkeit ist doch offensichtlich das, was wirklich der Fall ist, und Kommunikation nur die Art und Weise, sie zu beschreiben und mitzuteilen.

Es soll gezeigt werden, daß dies nicht so ist; daß das wacklige Gerüst unserer Alltagsauffassungen der Wirklichkeit im eigentlichen Sinne wahnhaft ist, und daß wir fortwährend mit seinem Flicken und Abstützen beschäftigt sind – selbst auf die erhebliche Gefahr hin, Tatsachen verdrehen zu müssen, damit sie unserer Wirklichkeitsauffassung nicht widersprechen, statt umgekehrt unsere Weltschau den unleugbaren Gegebenheiten anzupassen. Es soll ferner gezeigt werden, daß der Glaube, es gäbe nur eine Wirklichkeit, die gefährlichste all dieser Selbsttäuschungen ist; daß es vielmehr zahllose Wirklichkeitsauffassungen gibt, die sehr widersprüchlich sein können, die alle das Ergebnis von Kommunikation und nicht der Widerschein ewiger, objektiver Wahrheiten sind.

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Panorambild, Rom, 27. 10. 312

19. Februar 2006 Keine Kommentare

Ich werde in diesem Jahr für ein paar Tage nach Rom fliegen, von einer Freundin erhielt ich deshalb den Tipp, dass in Leipzig gerade ein großes Rom-Panorama zu sehen ist. Mitten in der Stadt gibt es ein altes Gasometer, dass sich hervorragend für die Ausstellung von Panoramabildern eignet. Dieses Gebäude befindet sich im Besitz der Stadtwerke und diente früher der Aufbereitung und Speicherung von Stadtgas. Im Erdgaszeitalter hat sich diese Aufgabe erledigt, man kann die alten Gebäude entweder abreißen, vergammeln lassen, wie man es bei dem zweiten Gasometer neben dem „Panorama-„Gebäude sehen kann, oder eine neue Nutzmöglichkeit dafür finden. Bereits im vorletzten Jahr gab es ein Panoramabild in diesem Gasometer zu sehen, ein 360°-Everest-Panorama.
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KategorienAlltag, Kunst, Reiseberichte Tags:

Affen, Spiegel, Selbstkonzepte

16. Februar 2006 Keine Kommentare

Schimpanse spielt mit seinem SpiegelbildDen interessanten Artikel „Kenne ich dich?“ habe ich in Spektrum Direkt vom 20.7.2005 entdeckt. In dem Beitrag wird über Experimente berichtet, die herausfinden sollten, wo im Tierreich die Grenze für das Selbstkonzept liegt. Im ersten Abschnitt heißt es:

Ein großer Graben geht durch das Tierreich. Auf der einen Seite steht die kleine Elite, die ihrer selbst bewusst ist: Der Mensch und die Menschenaffen, vermutlich auch Rabenvögel und Delfine – sie alle sind in der Lage, ihr Ebenbild im Spiegel als sie selbst zu identifizieren. Vielleicht zählen noch die Elefanten dazu, die sich zwar im Spiegel nicht unbedingt erkennen, aber sie zeigen – wie Delfine – kognitive Empathie und Hilfsbereitschaft gegenüber Ihresgleichen.

Berichtet wird dann im Weiteren von Experimenten mit Kapuzineraffen und Spiegeln. Die Wissenschaftler fanden Verhaltensunterschiede, wenn die Affen ihnen bekannte Tiere oder unbekannte Tiere oder sich selbst im Spiegel sahen. Aus den unterschiedlichen Reaktionen schlussfolgerten sie:
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KategorienGehirn & Geist, Natur Tags:

TERRORISMUS: Friedliche Siege

15. Februar 2006 Keine Kommentare

Im Spiegel 6/2006 vom 6.2. liest man auf Seite 87 die verblüffende Nachricht:

TERRORISMUS Friedliche Siege
Auf der Suche nach dem „größten Sieg“, den das US-Militär bislang in seinem weltweiten Krieg gegen den Terrorismus errungen hat, ist ein führender Beamter des amerikanischen Verteidigungsministeriums zu einem überraschenden Ergebnis gekommen. Staatssekretär Ryan Henry, zur Zeit vor allem mit dem Vierjahresbericht des Pentagon beschäftigt, nannte bei einer Konferenz des konservativen American Enterprise Institute als die durchschlagendsten Erfolge „nicht das, was Sie denken“, nämlich die Feldzüge in Afghanistan oder im Irak, sondern das amerikanische Engagement nach dem Tsunami in Indonesien 2004 und dem Erdbeben in Pakistan 2005. Der massive Einsatz von Personal, Ausrüstung, Flugzeugen und Schiffen hat nach Meinung des Militärstrategen „mehr als jedes andere Ereignis dazu beigetragen, der ideologischen Unterstützung für den Terrorismus zu begegnen“.

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KategorienPolitik Tags: ,

Gehirnabnutzung durch Denken

13. Februar 2006 Keine Kommentare

In Spektrum Direkt vom 4.8.2005 findet man unter dem Titel „Affen altern anders“ einen Beitrag, in dem über DNA-Untersuchungen in unterschiedlichen Gehirnregionen sowohl von Schimpansen als auch von Menschen die Rede ist.

Nach der Befruchtung der Eizelle setzt bekanntlich die Zellteilung ein, aus der letztendlich alle Körperzellen eines Individuums hervorgehen. Obwohl ein Organismus in jeder Zelle denselben Chromosomensatz besitzt, wird er an verschiedenen Stellen unterschiedlich genutzt, weil in funktionell verschiedenen Zellen auch verschiedene Proteine produziert werden müssen. Das Ablesen der Proteinbaupläne geschieht nicht verlustfrei, es geht jedes Mal ein Stück Telomer an den Enden verloren.

Analysiert man mit diesem Wissen Genabschnitte an verschiedenen Stellen des Körpers, in verschieden alten Individuen und – wie im Artikel beschrieben – in verschiedenen Tierarten (Schimpansen, Menschen), dann kann man Vergleiche anstellen: Welches Gen wird an welcher Stelle des Körpers besonders häufig verwendet, wo ist der Stoffwechsel besonders stark gewesen?

Beim Vergleich zwischen Schimpansen und Menschen ergab sich:
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KategorienGehirn & Geist, Natur Tags:

Der Duft von Lavendel, The Straight Story

12. Februar 2006 Keine Kommentare

Der Duft von Lavendel

Kurz vor dem zweiten Weltkrieg wird an der englischen Küste ein junger Mann angespült, der sich als der Pole Andrea erweist, und der von den beiden Schwestern Ursula und Janet gesund gepflegt wird, die seine Großmütter sein könnten. Am Ende des Films steht Andrea als bejubelter Geiger in London auf der Bühne, im Publikum die beiden Frauen.

Dazwischen ein Liebesfilm, denn zumindest Ursula verliebt sich in den mehrere Jahrzehnte jüngeren Mann. Die anrührendste Szene für mich, als Ursula in den Armen von Janet in Tränen ausbricht, weil sie erfährt, dass Andrea, ohne sich von ihnen zu verabschieden, nach London gefahren ist. Wenn man vergessen hat, dass auch alte Menschen starke Gefühle empfinden können, nach diesem Film weiß man es wieder. Unglückliche Liebe ist immer furchtbar.
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KategorienFilme Tags: