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Archiv für April, 2005

Enten

28. April 2005 Keine Kommentare

Heute auf dem Weg zur Arbeit begegneten mir drei Entenpärchen. Eins stand vor der Arztpraxis, eins lief an der Bushaltestelle über die Straße, das dritte watschelte über den Campus. Es ist Paarungszeit. Dieses Jahr scheint es sehr gesittet zuzugehen, wie ich mich bei einem Besuch an den Teichen vor ein paar Tagen überzeugen konnte.

Das ist nicht immer so. Vor einigen Jahren herrschte ziemlicher Erpelüberschuss. Die armen Enten kamen wegen dem Hormonstau der Erpel überhaupt nicht mehr zur Ruhe, ein paar sollen sogar ertrunken sein, weil nacheinander viele verschiedene Erpel aufsitzen wollten.

Erpel sind schon ziemlich dämlich. Sie hätten doch dieses Jahr auch dafür nutzen können, am Ufer zu sitzen, die Beinchen im Wasser baumeln zu lassen und sich die Federn von der Sonne zu bescheinen – und dabei den sogenannten Erfolgreichen bei der Arbeit zusehen.

Dieses Jahr ist es jedenfalls anders. Ich bin mir sicher, dass die drei Pärchen von heute morgen nach ihrem Arztbesuch, einer Busfahrt und dem vergeblichen Versuch im Hörsaal zu brüten, wieder zum Wasser zurückkehren werden.

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Erselbst

23. April 2005 Keine Kommentare

Erselbst hatte eine Beobachtung in einem Tagebucheintrag festgehalten und einige teils heftige Antworten darauf erhalten. Plötzlich bemerkte er, wie sich tief in ihm etwas abspaltete und Ihn zu beobachten begann; das Andere sah Ihm dabei zu, wie Er sorgfältig Antworten formulierte, niederschrieb, Flüchtigkeitsfehler korrigierte. Was macht Er da eigentlich, dachte das Andere, was will Er denn da, das Ganze ist doch vollkommen nutzlos, Zeitverschwendung, Meta!
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KategorienFiktion, Gehirn & Geist Tags:

Eine Insel voller Kannibalen

20. April 2005 Keine Kommentare

Angenommen wir entdecken eine Insel, die von zwei Stämmen außerordentlich fruchtbarer Kannibalen bewohnt wird. Trotz großer Aufmerksamkeit der Wächter der beiden Stämme glücken in regelmäßigen Abständen Überfälle des jeweils anderen Stammes. Die Opfer, deren man dabei habhaft wird, werden von ihren Fängern verspeist. Diese Tatsache ist allen Bewohnern des Eilands bekannt und wird in ihrer Gesellschaft weitestgehend akzeptiert. Sie ist sogar wichtiger Bestandteil ihrer Kultur: Kunstgegenstände aus Knochen, Zubereitungsvorschriften, Wiedergeburtsglauben. Außerdem wird so die außerordentliche Fruchtbarkeit der Inselbewohner kompensiert, die nur durch ihre kannibalischen Sitten seit Jahrhunderten im ökologischen Gleichgewicht mit den begrenzten Ressourcen ihrer Heimat leben können.
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KategorienEthik Tags:

Linkshändige Musiker

17. April 2005 Keine Kommentare

Folgende Frage kam mir während meines letzten Konzertbesuchs: Was machen eigentlich linkshändige Musiker? Halten sie zum Beispiel die Geige an die rechte Halsbeuge und fiedeln mit der linken Hand? Werden die Saiten dann andersherum eingespannt?

Es ist ja nachgewiesen, dass die Linkshändigkeit mit besonderen Begabungen einhergeht. Zum Beispiel sollte es im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung überproportional viele linkshändige Musiker geben. In dem von mir durchmusterten Orchester hielten aber alle Streicher ihr Instrument links und den Bogen mit der rechten Hand. Für einen echten Linkshänder ist das bestimmt eine Quälerei. Heute ist auch bekannt, dass ein Umgewöhnen der Seite ernsthafte psychische Störungen hervorrufen kann.

einstein

KategorienAlltag, Musik Tags:

Eine total langweilige Geschichte

14. April 2005 Keine Kommentare

Warnung: Testleser berichteten von ihrer Verstörung, als sie bis zum Ende der Geschichte die Pointe nicht entdecken konnten. Vermutlich enthält die Geschichte gar keine. Geschildert werden vier Stunden aus dem gewöhnlichen Leben eines durchschnittlichen Büroangestellten in einer kleinen Provinzstadt irgendwo in Deutschland. Er setzte sich in sein Auto, fuhr mit Bekannten in die benachbarte Kreisstadt, trank dort einen Bananensaft, sah sich ein Theaterstück an und fuhr anschließend mit demselben Auto, auf demselben Weg, mit denselben Bekannten in seine eigene Stadt zurück, wo er wenig später in seinem Bett friedlich einschlief (nein, nicht für immer). Im Text sind keine Kochrezepte und auch keine Antwort nach dem Sinn des Lebens versteckt. Vielleicht sollte man die Viertelstunde, die das Lesen dieser Geschichte beansprucht, tatsächlich mit etwas Sinnvollerem füllen.

Jetzt kann keiner mehr sagen, er wurde nicht gewarnt.
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KategorienFiktion Tags:

Die Rente ist sicher

10. April 2005 Keine Kommentare

Die Rente ist sicher. Das jedenfalls behauptete Norbert Blüm, der bis 1998 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung in der CDU-geführten Regierung von Helmut Kohl war. Diesen Spruch hat zuletzt keiner mehr geglaubt, der Satz wurde zu einem häufig verwendeten sarkastischen Zitat.

Am 8.4.2005 gab es im Hörsaal 1 der Friedrich-Schiller-Universität in Jena einen Vortragsabend mit Bert Rürup, in der Öffentlichkeit bekannt durch die Leitung der nach ihm benannten Kommission für die Nachhaltigkeit in der Finanzierung der Sozialen Sicherungssysteme der Bundesregierung. Eingeladen hatte MLP, ein Konzern für Finanzdienstleistungen, der auch Produkte für die private Alterssicherung anbietet. Ich war mit einem guten Freund dort, leider hatte ich mein Schreibzeug vergessen, sodass ich nur einige wenige Gedanken aus Rürups Vortrag und der nachfolgenden Diskussion wiedergeben kann.
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KategorienGesellschaft, Politik Tags:

Größe der Augen

5. April 2005 Keine Kommentare

Ich habe im Netz nach Fällen von unterschiedlich großen Augen (genaugenommen sind es ja die Pupillen) recherchiert und nichts gefunden. Wenn auch diese Recherche erfolglos blieb, so bin ich doch ein wenig schlauer geworden. Ich weiß jetzt zum Beispiel:
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KategorienAlltag Tags: