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Archiv für Juli, 2004

Leerstellen

30. Juli 2004 Keine Kommentare

Den Adelsschlag anzuhimmeln
Zerbröselt Pulitzerpreis Woody Allan
Board nix abstößt Ephraim Kishon

Unbenedeite Rechtschreibprüfungen zu küssen
Ihro Fraghalsigkeit Schamanen Steffi
Hinterfotzige Krebsgeschwüre in Tagebüchern

Mistiger Sandalen Bundesverdienstkreuze
Nervige Negermusik Höflichkeitsform
Erlauchtigster Kostverächter angeschissen

Manch Gedichtlein darob Glanzstück
Verzeih unüberschaubare Unappetitlichkeiten
Godfather Pippi Langstrumpf

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Stellenausschreibung

22. Juli 2004 Keine Kommentare

Im Jahr 1.800.000.000 n.Chr. (eins Komma acht Milliarden) ist die Erde ein vollkommen anderer Planet als heute.

  • Ihre offizielle Bezeichnung in der Galaxis ist NFLG/0011.
  • Durch die Plattentektonik sind alle Kontinente wieder zu einem einzigen vereint, so wie das einst mit Gondwana schon mal gewesen ist. Dieser Kontinent wird „Schlamma” genannt.
  • Es gibt viel mehr Menschen als heute, die in einer einzigen Stadt, der „Regenstadt” zusammen wohnen.
  • Der Mond hat sich im Laufe der Zeit immer weiter von der Erde entfernt. Dann ist er 61 Millionen Kilometer entfernt, nur mit guten Fernrohren kann er noch gesehen werden. Mit sich genommen hat er einen Großteil der Rotationsenergie der Erde. Weil sie sich viel langsamer als heute dreht, beträgt ein Jahr nur noch 256 Tage.
  • Die Sonne hat begonnen sich auszudehnen, der Merkur wurde von ihr bereits verschluckt, auf der Erde ist es wärmer als heute.
  • Durch diese Erwärmung verdunstet viel mehr Wasser als heutzutage. Dieses Wasser sammelt sich in riesigen Wolken, die später wieder abregnen. Und wie es regnet! Es regnet praktisch ununterbrochen, es regnet und regnet.

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Bitte Beate, komm zurück!

20. Juli 2004 Keine Kommentare

Ich möchte mich über Köppnick beschweren, ja genau über diesen Köppnick, über Horst Köppnick. Als der vor einiger Zeit plötzlich verschwunden ist, hat er mich einfach in einem Schubkasten zurückgelassen. Und wenn ich auch seit langem nicht mehr benutzt wurde, so gehen doch trotzdem meine Batterien zur Neige. Damals als Beate ihn verließ, hat mich Horst in einem Wutanfall in den Schubkasten gepfeffert, in dem ich noch heute liege. Dabei hatte alles so schön mit uns angefangen …

… Beate hatte mich damals im Laden entdeckt und sich auf den ersten Blick in mich verliebt. Meine Hinterseite ist rosafarben, die Plastik vorn ist leicht durchsichtig, sodass man mein Inneres besser erkennen kann. Die Bedienknöpfe hinten, es sind nur sehr wenige, alles ist übersichtlich und einfach gestaltet, man kann mich auch im Dunkeln sehr gut benutzen. Außerdem war ich damals ein preiswertes Sonderangebot. Die Verkäuferin riet Beate zu: „ich habe selbst mehrere zu Hause, dieser ist mit Abstand der Beste.” Allerdings schwindelte sie dabei etwas, denn wenn man mehr Geld ausgeben würde, dann wäre die Zahl der Möglichkeiten natürlich noch viel größer. Aber eigentlich brauchte sie Beate gar nicht mehr zu überzeugen, diese streichelte bereits zärtlich über meine Hülle. Die Verpackung ließ sie gleich im Laden zurück. Die Verkäuferin erinnerte Beate noch daran, dass für meinen Gebrauch Batterien benötigt werden, diese ließ mir in der Elektrowarenabteilung die größten und kräftigsten einbauen, die es gab.
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Thomas Mehner, das Dritte Reich und die Atombombe

18. Juli 2004 Keine Kommentare

Von einem Freund wurde ich zum 17.7.2004 zu einer „Tagestour in die Vergangenheit” eingeladen. Er hatte mich mit den Schlagworten „Jonastal” und „deutsche Atombombe” neugierig gemacht. Die eintägige Busreise wurde organisiert von Herrn König, der in Arnstadt lebt und arbeitet und sich mit der Erforschung der dreizehnhundertjährigen Geschichte Arnstadts und der ganzen Gegend beschäftigt. Als weiterer Mitveranstaltender trat Thomas Mehner auf, der sich ebenfalls als Hobbyhistoriker betätigt.

Auf die Veranstaltung hatte ich mich überhaupt nicht vorbereitet. Beim ersten Aussteigen aus dem Bus musste ich feststellen, dass ich viel zu warm angezogen war, wenigstens hatte ich zum Schutz vor der Sonne ein grünes Basecap einstecken. Der Sommer diesen Jahres sollte offensichtlich auf den 17.7. fallen, es waren wohl knapp 30°. So folgte ich eher schläfrig den Ausführungen der beiden Veranstalter und wurde erst wach, als Herr Mehner erzählte, dass er Beweise hat, dass im März 1945 auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf eine Atombombe explodiert sei,
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Aufruhr unter den Gartenzwergen

15. Juli 2004 Keine Kommentare

Ich mag Zwerge, die im Garten fleißig arbeiten. Im Frühjahr habe ich einen neuen gekauft, weil die anderen mit der Bearbeitung der vielen Beete nicht mehr hinterher kamen. Im Laden blickte er mich ganz lieb und freundlich an, auch das mitgelieferte Werkzeug wirkte überzeugend, ein richtiger Liebzwerg also. Im Garten ausgesetzt, begann er sofort mit der Bearbeitung seiner ersten beiden Beete.

Liebzwerg

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Der Goldfisch lebt

11. Juli 2004 Keine Kommentare

Zur Beruhigung aller besorgten Naturschützer, der Goldfisch lebt:

goldfisch

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Der Goldfisch

11. Juli 2004 Keine Kommentare

Der Goldfisch war schon alt, so alt, dass die schöne goldene Farbe an seinem Bauch zu verblassen begann und einem silbrigen Weiß Platz gemacht hatte. Groß und dick war er auch, der größte Fisch in seinem Aquarium. Bis vor wenigen Wochen hatte es hier einen noch größeren und dickeren Goldfisch gegeben, seinen Bruder. Dieser war aber eines Morgens einfach nicht mehr aufgewacht, tot hatte er auf dem Grund des Beckens gelegen. Dieser Bruder hatte einen völlig anderen Charakter als unser Goldfisch gehabt, er war ein richtiger Draufgänger, Weiberheld und Fresssack gewesen. Dieses ausschweifende Leben hatte ihm wahrscheinlich vorzeitig das Leben gekostet.

Im Gegensatz zu seinem unbekümmerten Bruder war unser Goldfisch ein zurückhaltender Geselle. Zeitlebens blieb er etwas kleiner und dünner als sein Bruder, weil er ständig zu den Mahlzeiten zu spät kam und sich nie von den schweren Problemen lösen konnte, die er unablässig in seinem kleinen Gehirn wälzte. Zum Beispiel hatte er sich neulich darüber gewundert, dass das Aquarium im Laufe seines Lebens immer kleiner zu werden schien. Gestern hatte er es erneut mit seinem Körper ausgemessen: 15 Goldfischlängen mal 8 Goldfischlängen mal 7 Goldfischlängen. Dabei konnte er sich noch gut daran erinnern, dass es in seiner Jugend viel größer gewesen war!
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Knasturlaub in Österreich

4. Juli 2004 Keine Kommentare

Am Sonnabend saßen wir in kleiner Runde zusammen, als ein Bekannter davon erzählte, dass er im Frühjahr in Kärnten1 bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung geblitzt wurde. Er hatte diese Angelegenheit schon lange vergessen, doch letzte Woche wurde er aufgefordert, ein „persönlich” an ihn adressiertes Einschreiben abzuholen. Der sinngemäße Inhalt des Briefes war: „Sie haben dann und dann dort und dort die Geschwindigkeit um so und soviel überschritten. Die Strafe beträgt 26 € oder 8 h Knast.” Zunächst herrschte Stille, dann fragte sicherheitshalber noch mal einer nach: „Knast?” Der Erzähler wiederholte mit Nachdruck: „26 € oder 8 h Knast!“2

Die folgende Diskussion kam richtig in Fahrt, nachdem ein in der Runde anwesender Steuerberater laut überlegte, ob die fällige Dienstreise nach Österreich auf eigene Kosten erfolgen muss oder auf Kosten des österreichischen Staates und ob sie im ersteren Fall steuerlich absetzbar wäre.
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