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Archiv für Juni, 2004

Der Missionar

30. Juni 2004 Keine Kommentare

Vater und ich saßen nach erfolgreicher Jagd zusammen am Lagerfeuer. Gegen Abend wurde es merklich kühler; weil wir nur mit einem Lendenschurz bekleidet waren, rückten wir näher an die Flammen heran. Ich stocherte mit einem Stöckchen in der Glut, während Vater den Spieß mit dem Fleisch drehte. Nach einer Weile des Schweigens sagte er:

Ich will dir jetzt eine Geschichte erzählen, die ich selbst vor vielleicht dreißig Jahren von deinem Großvater erfahren habe. Ich erinnere mich nicht mehr an jede Einzelheit, sie muss aber schon uralt sein, denn sie handelt vom ersten Missionar, der jemals in unser kleines Dorf gekommen ist. Sie ist mir neulich wieder eingefallen, du weißt schon, wegen diesem seltsamen Mann, der sich seit kurzem bei uns aufhält.
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Die Plejaden

29. Juni 2004 Keine Kommentare

Müde ging Köppnick in der Dämmerung den Weg hinunter. Die ganze Nacht hatte er auf dem Berg verbracht und mit seinem Teleskop den Meteoritenschwarm aus Richtung der Plejaden beobachtet, der fantastische Lichteffekte in der Atmosphäre hervorrief. Meistens stellte er das Fernrohr im Garten auf, aber die Beobachtungsbedingungen, etwas weiter von der Stadt und ihrem Licht entfernt, waren einfach besser. Er hatte sich die aufgenommenen Bilder noch nicht anschauen können, aber er war sich sicher, dass ihm einige spektakuläre Fotografien gelungen waren, mit denen er die Freunde im Astroclub beeindrucken konnte. Der Plejadenschwarm war in diesem Jahr das Gesprächsthema Nummer eins, ein so heftiges Bombardement kleinerer und größerer Gesteinsbrocken hatte die Erde seit langem nicht mehr erlebt.
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Venus-Transit

8. Juni 2004 Keine Kommentare

Am heutigen 8. Juni 2004 von etwa halb acht vormittags bis halb zwei nachmittags war in Deutschland ein sehr seltenes Ereignis am Himmel zu sehen. Die Venus passierte von der Erde aus gesehen die Sonne. Die Nachrichtensendungen und Wissenschaftsmagazine haben dieses Ereignis gebührend gewürdigt, wer bis jetzt davon nichts mitbekommen hat, kann sich unter dem Stichwort Venus-Transit bei Google informieren. Einen sehr schönen Artikel biete auch die Zeit.

Die letzte Passage ist bereits 120 Jahre her, die nächste findet im Jahr 2012 statt, kann aber in Europa nicht gesehen werden, weil bei uns zu diesem Zeitpunkt Nacht sein wird. In meiner Firma werden Kameras und andere optische Geräte gebaut, da lag es nahe, selbst ein paar Beobachtungen zu machen. Gleich am frühen Morgen haben wir versucht, die Augen durch dicke Gläser geschützt, den schwarzen Fleck vor der Sonne zu sehen. Den meisten gelang es, einigen nicht. Für diese Kollegen war es ein deutlicher Hinweis, dass ein Besuch beim Optiker lohnend sein könnte.
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