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Archiv für Februar, 2004

Ecuador 1/3: Akklimatisation

24. Februar 2004 Keine Kommentare

Anfang 1995 hörte ich im Studentenclub einen Vortrag über Ecuador. 3 Studenten waren dorthin gefahren, hatten ein paar Berge bestiegen, waren im Urwald gewesen und zeigten tolle Bilder von ihrem Urlaub. Außerdem war der Bruder eines guten Freundes ein halbes Jahr in Südamerika gewesen. Mein Arbeitskollege und Freund Ingo und ich waren zu dieser Zeit auf der Suche nach einem Reiseziel in dieser Gegend. Als wir ihn befragten, welches Land er uns empfehlen würde, antwortete er spontan: Ecuador. Ein kleines und überschaubares Land mit hohen Bergen, einem Anteil Regenwald und relativ stabilen politischen Verhältnissen. Das Land verdankt seinen Namen dem Äquator, der es durchschneidet, außerdem gehören die Galapagosinseln dazu.

Südamerika mit Ecuador und Galapagos

Wir waren sofort Feuer und Flamme. Unsere ersten Recherchen ergaben, dass die Zeit des Jahreswechsel für die meisten Berge das beste Wetter bietet. Bei einer Lage in der Nähe des Äquators ist es zwar immer gleichmäßig warm, aber die Niederschläge wechseln im Laufe des Jahres und sind wegen der Berge der Anden im ganzen Land ziemlich uneinheitlich verteilt. Ein Aufenthalt über den Jahreswechsel hatte zudem den Vorteil, dass man den Urlaub zweier Jahre koppeln konnte. Wir kümmerten uns zunächst um die Flugtickets, sieben Wochen waren geplant, meldeten uns zum Alpintraining bei der Klettergruppe der Hochschule an, nahmen ein regelmäßigeres sportliches Training auf und begannen, Reiseführer zu wälzen und Pläne zu schmieden.
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Ein lebender Frosch im Jacket

19. Februar 2004 Keine Kommentare

Vor vielen Jahren habe ich einen Artikel über gruppendynamische Prozesse gelesen. Das meiste habe ich inzwischen vergessen, nur eines ist mir in Erinnerung geblieben: Eine Gruppe benötigt zum Funktionieren einen gewissen Prozentsatz von Mitgliedern, die, sagen wir mal vorsichtig, erheblich von der Norm abweichen.

Als Beispiel wurde dort ein Mann genannt, der immer einen lebenden Frosch in seinem Jacket herumtrug. Gemeinsame Merkmale dieser Außenseiter ist zumeist ein gut entwickeltes Selbstvertrauen, häufig merken sie gar nicht, welche Aufmerksamkeit sie auf sich ziehen. Ihre Lebenserwartung ist höher als der Durchschnitt, weil sie im Allgemeinen voll in ihrem „Hobby” aufgehen, Zeit für gesundheitsschädliches Verhalten bleibt ihnen nicht.
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Tiere, die man essen will, bekommen keine Namen

6. Februar 2004 Keine Kommentare

Ein Bekannter wohnt mit seiner Frau und seinen Kindern in einem alten Haus mit einem großen und im Winter kalten Treppenhaus. Das Fenster dort bleibt in der kalten Jahreszeit immer geschlossen. In einer Ecke hat sich eine große fette Spinne eingenistet. Für meinen Bekannten ist das kein Problem, Spinnen sind nützliche Tiere. Auch seine Frau ist keine Arachnophobikerin und nicht vom Putzteufel besessen. Nur ihr Sohn hat sich vor der Spinne gefürchtet. Allein durchs Treppenhaus zu gehen, war nicht mehr möglich, nachdem er das Tierchen entdeckt hatte. Ich weiß nicht, wer zuerst auf den Gedanken kam, der Spinne einen Namen zu geben. Auf jeden Fall ist der Kleine seitdem wie ausgewechselt. Früh am Morgen stürzt er als erstes zu diesem Fenster, um zu sehen, wie es Hugo geht, und ob die Jagd in der Nacht erfolgreich war. Die von der Spinne gefressenen namenlosen Fliegen bekümmern ihn dagegen nicht.
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KategorienAlltag, Natur, Psychologie Tags: